Entwicklungsorientierte
Lernbereiche
Grobmotorik
Till-Philipp benötigt
vielfältige, auf seine Bedürfnisse ausgerichtete Bewegungsangebote,
die er zunehmend aufgeschlossener und selbstsicherer aufnimmt und erprobt.
Seine Bewegungsfreude
zeigt sich in der Bereitschaft, neue Bewegungsmuster (Hopsen, Hüpfen
auf einem Bein, Froschhüpfen, "Wackelgang", Rückwärts- und
Seitwärtslaufen, Balancieren, Hüpfen, Schaukeln, Liegen, Rollen
auf dem Sitz- und Gymnastikball) auszuprobieren. Er verlangt dabei immer
seltener die Hilfestellung durch die Lehrerin.
Gezielte, auf Stimulation
des vestibulären (Gleichgewicht) und des propriozeptiven (Tiefensensibilität)
Systems gerichtete Angebote und Übungen zeigen deutliche Erfolge in
der Erhöhung der Gesamtkörperspannung sowie eine Verbesserung
der Bewegungsökonomie und -sicherheit.
Feinmotorik
Till-Philipp bewältigt
fast alle feinmotorischen Anforderungen mit guter Auge-Hand-Koordination
und zunehmend angemessener Kraftdosierung.
Bei neu eingeführten
Aufgaben benötigt er immer seltener der individuellen Unterstützung
bei der sachgerechten Handhabung des Materials.
Till-Philipp konnte
durch den Einsatz von Hilfsmitteln die falschen Bewegungsmuster bei der
Stifthaltung abbauen und eine sachgerechte Handhabung aller Schreib- und
Malgeräte aufbauen.
Er kann Linien und
Formen mit dem Stift nachspuren und innerhalb vorgegebener Bereiche auch
mit Richtungsänderungen selbständig zeichnen und kann kleinflächige
Figuren mit geringen Linienüberschreitungen ausmalen.
Er kann mit der Schere
abschneiden und mit dem Klebestift sachgerecht umgehen.
Bei eindeutiger rechtsseitiger
Handdominanz zeigt Till-Philipp eine gute Beidhandkoordination.
Wahrnehmung/Denken
Till-Philipp verfügt
über eine außerordentlich gute visuelle Aufnahme- und Speicherfähigkeit.
Enaktiv und ikonisch dargebotene Handlungseinheiten und Inhalte kann er
im Detail aufnehmen und nachvollziehen. Auch nach längeren Pausen
kann er Zusammenhänge abrufen und wiederherstellen.
Till-Philipps Lernen
ist sehr durch Nachahmung der Handlungen und des Verhaltens der Grundschüler
geprägt. Er folgt ihrem Tun häufig interessiert beobachtend und
zeigt nach einiger Zeit entsprechende Handlungen in z.T. situativ angemessenen
Zusammenhängen. Zum simultanen Mitvollzug der Handlungseinheiten der
Mitschüler ist er selten zu bewegen.
Inwieweit er das vorausschauende
und rückschauende Denken beherrscht, ist nur zu vermuten , da Till-Philipps
Handlungen stark von der aktuellen und allgemeinen Bedürfnis- und
lnteressenslage gesteuert sind. Insbesondere bei der Durchsetzung seiner
Bedürfnisse entwickelt er mitunter erstaunliche Strategien, um unerwünschte
Konsequenzen zu vermeiden. In diesem Zusammenhang werden auch seine Problemlösungsstrategien
transparent. Till-Philipps Lernfortschritte erfolgen in zeitlich und umfänglich
unberechenbaren und unterschiedlich großen Entwicklungsschüben.
Er kann Objekte nach
Merkmalen ordnen, einfache Reihungen fortsetzen, mit Hilfe Kategorien bilden
und einige Oberbegriffe (Tiere, Obst, Spielzeug etc.) sprachlich richtig
anwenden.
Sprache/Kommunikationsverhalten
Till-Philipps Sprachkompetenz
hat sich in allen Bereichen wesentlich verbessert. Er hat seinen aktiven
Wortschatz stark erweitert und zeigt besonderes Interesse an neuen Einzelwörtern,
die er nachhaltig wiederholt in komplexere Sprachzusammenhänge integriert.
Satzbaumuster haben
sich auf Drei-Wort-Sätze, in seinen Monologen auch auf komplexere
Strukturen erweitert.
Till-Philipp ist zunehmend
in der Lage, Gedanken und Anliegen gegenüber anderen sprachlich umzusetzen.
Es gelingt ihm immer besser, Handlungen mitvollziehend bzw. erklärend
zu versprachlichen. Sprachliche Stereotypien verwendet er immer seltener.
Er zeigt noch immer
eine Tendenz zur Echolalie.
Die Dyslalie beschränkt
sich bei insgesamt verwaschener Aussprache auf einen interdentalen Sigmatismus.
Handlungsorientierte
Lernbereiche
Selbstversorgung
Till-Philipp ist in
allen lebenspraktischen Bereichen wesentlich selbständiger geworden.
Er kann sein Frühstück
selbständig organisieren und verlangt hierbei immer seltener nach
Hilfe, kann sein benutztes Geschirr ohne Hilfe säubern und wegräumen
und entstandenen Abfall richtig entsorgen.
Er kann seine Jacke
und seine Hausschuhe selbständig an- und ausziehen und an dem dafür
vorgesehenen Platz der Garderobe deponieren.
Das An- und Auskleiden
im Rahmen des Sportunterrichts beherrscht er mit immer weniger Hilfen.
Lediglich die Handhabung von Knöpfen und das An- und Ausziehen von
Straßenschuhen bereiten ihm noch größere Schwierigkeiten.
Till-Philipp kann
seinen Arbeitsplatz weitgehend selbständig einrichten und sich Materialien
von bekannten Standorten nach Anweisung selbständig beschaffen. Seine
Arbeitsblätter kann er mit Hilfe in die Mappen abheften.
Spiel
Till-Philipps Spielrepertoire
hat sich wesentlich erweitert.
Er kann einfachste
Brettspiele (mit Farbwürfel), Memories und Puzzles mit Hilfe der Lehrerin,
nicht aber mit Mitschülern durchführen, da ihm die Einhaltung
vorgegebener Regeln noch immer massive Schwierigkeiten bereitet.
Das kooperative Spiel
mit Gleichaltrigen im Unterrichts- oder Pausenbereich gelingt ihm zunehmend
besser, insbesondere dann, wenn er die Spiele der anderen adaptiert. Auch
in diesem Bereich ist die Tendenz, Spiele nach eigenen Ideen bzw. "Regeln"
umzugestalten, sehr massiv.
Till-Philipp zeigt
ein besonderes Interesse an Rollenspielen, die er in Freispielphasen mit
Hilfe von Handpuppen oder anderen Spielfiguren durchführt. Er kommuniziert
dabei mit einer Figur oder läßt verschiedene Figuren interagieren.
Bei Konstruktionsspielen,
für die er ein ausgeprägtes Interesse zeigt, kann er differenzierte
Formen nach Anleitung und frei bauen, wenn das Spiel in ein für ihn
interessantes Rahmenthema (z.B. "Baustelle") eingebunden ist.
Das Betrachten ausgewählter
Bilderbücher bereitet ihm besondere Freude.
Soziale Beziehungen
Till-Philipp hat seine
soziale Handlungskompetenz massiv erweitert.
Er hat angemessene
Strategien der Kontaktaufnahme und Interaktion mit Gleichaltrigen entwickelt
und erweitert diese beständig. Er geht zunehmend häufiger und
selbstsicherer auf Mitschüler zu und versucht, sie in seine Vorhaben
miteinzubeziehen. Erste Ansätze des konstruktiven kooperativen Spiels
sind erkennbar.
Till-Philipp sucht
sehr häufig die körperliche Nähe der Mitschüler. Seine
zu Beginn des Schuljahres für andere häufig schmerzhaften Annäherungen
hat er fast vollständig abgebaut und angemessene Umgangsformen (sanfte
Umarmung und Streicheln) aufgebaut.
Till-Philipp zeigt
sich gegenüber Mitschülern auch anderer Klassen, Lehrerinnen
und Fremden stets freundlich und aufgeschlossen für jede Zuwendung.
Seine Fixierung auf Erwachsene läßt zusehends nach, er bedarf
jedoch noch immer ihrer ständigen Zuwendung und Führung, da er
alle für das Schulleben relevanten sozialen Regeln zwar kennt, aber
nicht immer einhält.
Mathematik
Im pränumerischen
Bereich kann Till-Philipp einfache geometrische Formen nach 3 Merkmalen
(Größe, Farbe, Form) gruppieren und diese benennen. Die Bestimmung
von Relationen (groß, klein) gelingt ihm sicher. Er kann einfache
Reihungen und 1:1-Zuordnungen vornehmen.
Er erkennt die Ziffern
0 bis 10 und kann diese benennen und verschriften. Er kann Mengen bis 2
sicher simultan erfassen, ab 3 muß er abzählen. Mengen bis 4
kann er abzählen und der entsprechenden Ziffer zuordnen. Die Zahlen
1 bis 4 ordnet er den Würfelbildern zu.
Bei der Bearbeitung
der Inhalte im Bereich des Mathematikunterrichts bedarf Till-Philipp der
unmittelbaren Unterstützung durch eine Lehrkraft. Lediglich das Nachspuren
der Ziffern bewältigt er selbständig.
Lesen/Schreiben
Till-Philipp kennt
die im Unterricht behandelten Buchstaben (Großantiqua) 0, I, N, T,
F, B, R, E, A, S, M, U, D als graphische Gestalt und kann sie visuell differenzieren.
Er ordnet sie relativ sicher den dazugehörigen Lauten zu. Er kann
die Laute einigen (lautlich gespeicherten) Signalwörtern zuordnen
: "O" wie Oma, "M" wie Mutti.
Er kann Wörter
visuell durchgliedern und gleiche Buchstaben in verschiedenen Wörtern
wiedererkennen.
Neben seinem eigenen
Namen liest er die Wörter OMA, TONI, FINE, BALL, ENTE, MAUS und MUTTI
ganzheitlich.
Die Leserichtung hat
er verinnerlicht.
Die bekannten Buchstaben
kann Till-Philipp weitgehend formgetreu nachspuren. Er ist in der Lage,
fast alle Buchstaben nach Vorlage und nach Diktat zu verschriften. Bei
der Verschriftung ohne Vorlage zeigen sich noch Raum-Lage-Unsicherheiten.
Die erlernten Wörter
kann Till-Philipp nachspuren.
Bei der Bearbeitung
der Inhalte im Bereich Lesen und Schreiben bedarf Till-Philipp der unmittelbaren
Unterstützung durch eine Lehrkraft. Lediglich das Nachspuren der Buchstaben
bewältigt er selbständig.
Fachorientierte
Lernbereiche
Musik/ Rhythmik
Till-Philipp zeigt
zunehmend stärkeres Interesse an musikalischen Unterrichtsinhalten.
Während er anfangs
dem Musikunterricht der Klasse eher passiv beobachtend folgte, beteiligt
er sich in-zwischen seinem Entwicktungsstand und seiner Bedürfnislage
entsprechend unterschiedlich aktiv. Er reagiert vornehmlich auf an Musik
gekoppelte Bewegungsanreize und zeigt in besonderem Maße Freude bei
der Bewegungsübertragung im Puppenspiel. Dabei gelingt es ihm sogar,
kontrastreiche an Musikstimmungen gebundene Bewegungsmuster verzögert
nachzuahmen.
Er zeigt sich am Orff-Instrumentarium
interessiert und versucht, diesem immer gezielter Geräusche und Klänge
zu entlocken.
Bei elementarer Begleitung
von Musikinstrumenten mit Rhythmusinstrumenten benötigt er jedoch
Hilfe und die Orientierung an den Mitschülern.
Ästhetische Erziehung
Till-Philipp malt mit
Pinseln, verschiedenen Stiften und Schwamm.
Das grobflächige
Ausmalen von Blättern entspricht nicht seiner Interessenslage und
bereitet ihm Schwie-rigkeiten. Das kleinflächige Ausmalen von Formen
beherrscht er mit dem von ihm bevorzugten Medium "Filzstift" zunehmend
besser.
Beim Ausmalen kann
er Begrenzungen immer besser einhalten.
Insofern es seiner
aktuellen Motivationslage entspricht, kann Till-Philipp einfache Formen
und gegen-ständliche Vorlagen kopieren und auch frei gegenständlich
malen.
Einigen gestalterischen
Ausdrucksformen gegenüber, z.B. der Gestaltung mit Kleister und Sand,
dem Drucken und Stempeln und dem Plastizieren gegenüber zeigt er sich
sehr interessiert.
Er kann aus plastizierbaren
Massen Kugeln und Schlangen formen.
Hauswirtschaft
Das Ausführen
einfacher hauswirtschaftlicher Tätigkeiten wie Abwaschen, Tischdecken,
Umrühren, Ab-schneiden mit dem Messer, Wegräumen und Ordnen der
Arbeitsmaterialien gelingen ihm mit nur noch wenig Hilfestellung.
Er kann im Rahmen
der "Klassendienste" unter Anleitung den Kakaokasten holen, die Tafel reinigen,
die Blumen gießen und Müll entsorgen.
Sport
Till-Philipp zeigt
besondere Freude am Sportunterricht.
Bewegungslandschaften
mit Hindernis- und Kletterparcoure stellen für ihn inzwischen eine
Herausforde-rung dar. Er begreift sie als Anreiz, verschiedene Fortbewegungsarten
zu erproben und seine Ängste im Bereich der Überwindung von Höhenunterschieden
zu überwinden.
Übungen zur Schulung
des Gleichgewichtssinnes und des Springens bewältigt er immer selbstsicherer.
Die Rolle vorwärts beherrscht er ohne Hilfe. Er zeigt zunehmend Freude
am Umgang mit Bällen.
An Lauf- und Fangspielen
der Lerngruppe nimmt Till-Philipp mit großer Freude teil.
Bemerkungen
Till-Philipp nimmt
teil am Unterricht einer Integrationsklasse. Er wird nach den Rahmenrichtlinien
der Schule für Geistigbehinderte beschult.
21. Juni 1995
Unterschrift der Klassenlehrerin und der Sonderschulpädagogin
Entwicklungsorientierte
Lernbereiche
Grobmotorik
Till-Philipps Fähigkeiten
und Fertigkeiten in diesem Bereich haben sich im Hinblick auf Bereitschaft
und Sicherheit in der Erprobung neuer und vertrauter Bewegungsmuster weiter
verbessert.
Till-Philipps Bewegungen
werden schneller, zielgerichteter und ökonomischer. Er nimmt an Lauf-
und Fangspielen der Mitschüler im Pausen- und Sportbereich teil.
Durch das Sitzen auf
dem Ball und Übungsangebote ausgerichtet auf das vestibuläre
System (Balancieren, Pedalo-Fahren, Stehen und Fortbewegen auf einem Bein)
und das Klettern auf den Geräten im Pausen- und Sportbereich und Übungen
ausgerichtet auf das propriozeptive System (Hindernisparcoure, Trampolinspringen)
haben sich sein Gleichgewichtssinn und seine Tiefensensibitität gesteigert.
Die Kraftdosierung
bei der Handhabung von Geräten und Materialien gelingt Till-Philipp
angemessener.
Feinmotorik
Till-Philipp zeigt
auch im Bereich der feinmotorischen Fertigkeiten deutliche Fortschritte.
Er kann mit allen unterrichtsrelevanten Materialien sachgerecht und weitgehend
selbständig umgehen.
Das Nachspuren auch
kleinerer und komplexerer Formen sowie die gezielte Produktion von graphischen
Formen oder Zeichen gelingt ihm mit immer größerer Präzision.
Beim Ausmalen und
-stempeln vorgegebener Figuren ist er in der Lage, die Begrenzungslinien
einzuhalten.
Till-Philipp kann
mit der Schere auf geraden und gebogenen Linien entlang schneiden und mit
Hilfen auch einfache Formen ( Vierecke, Dreiecke und Kreise) ausschneiden.
Diesbezügliche Präzision und visuelle Kontrolle sind abhängig
von seiner aktuellen Motivation.
Wahrnehmung/Denken
Till-Philipp kann Vorhaben
und Handlungseinheiten inzwischen detailliert nachvollziehen, abspeichern
und hinterfragen. Er zeigt in situativ vertrauten Zusammenhängen die
Fähigkeit des voraus- und rückschauenden Denkens und kann die
Folgen seines Handelns immer besser abschätzen. Dieses dokumentiert
sich besonders deutlich in seinen aktionsbegleitenden Monologen und in
dialogischen Handpuppenspielen.
Er verfügt über
einige Problemlösungsstrategien.
Till-Philipp nimmt
soziale Zusammenhänge und Regeln deutlicher wahr und partizipiert
häufiger in situativ angemessenen und simultan mitvollziehenden Handlungsweisen
aktiv am Klassenunterricht.
Ordnungen, Reihungen
und Kategorisierungen von Objekten gelingen ihm in zunehmend größeren
Zusammenhängen.
Sprache/Kommunikationsverhalten
Till-Philipps Sprachkompetenz
hat sich kontinuierlich erweitert.
Er verfügt über
ein außerordentlich gutes Sprachverständnis und kann verbale
Anweisungen und Aufträge angemessen umsetzen.
Die Freude an neuen
Wörtern hat ihm zu einer Erweiterung seines aktiven Wortschatzes verholfen.
Syntaktische und grammatikalische
Strukturen haben sich soweit verbessert, daß er komplexere gedankliche
Zusammenhänge versprachlichen kann. Er bildet in der Regel Zwei- bis
Vierwortsätze, mitunter auch Satzgefüge komplexeren Umfangs.
Sowohl mit den Mitschülern
als auch mit den Lehrkräften entwickeln sich echte Dialogsituationen,
in denen er Gedanken und Vorstellungen einbringt. Die Tendenz der Echolalie
und die Dyslalie haben sich weiter abgebaut.
Handlungsorientierte
Lernbereiche
Selbstversorgung
Till-Philipp zeigt
ein intensives Bemühen um größere Selbständigkeit
in allen lebenspraktischen Bereichen, fordert und benötigt immer seltener
Hilfestellung durch Lehrerinnen oder Mitschüler.
Das An- und Auskleiden
zur Pause und zum Sportunterricht gelingt ihm nach gezielter Aufforderung
weitgehend eigenständig. Er benötigt noch Hilfe bei Verschlüssen.
Im Hygienebereich
(Händewaschen, Toilettengang) bedarf er noch der Hilfe einer Lehrkraft.
Till-Philipp kann
seinen Arbeits- und Frühstücksplatz zumeist ohne besondere Aufforderung
und Hilfe einrichten und aufräumen, Materialien von ihm bekannten
Orten beschaffen und sie dorthin zurückbringen.
Spiel
Till-Philipps Spielfähigkeit
hat sich im Zusammenhang mit seinem Interesse an sozialen Zusammenhängen
und seiner Dialogfähigkeit weiter verbessert. Er nimmt zunehmend aktiver
und konstruktiver teil an selbst- und fremdinitiierten Spielen mit Mitschülern.
Er durchschaut Gruppenregeln, auch wenn er noch häufig versucht, sie
nach seinen Vorstellungen zu manipulieren.
Er beherrscht einfache
Brettspiele mit Spielstein und Farb- bzw. Punktewürfel (bis 6). Dabei
hält er die Spielrichtung ein. Lediglich bei der Einhaltung der Regeln
(Reihenfolge der Spieler, Häufigkeit des Würfelns) hat er noch
Schwierigkeiten.
Konstruktions- und
Rollenspiele (mit Handpuppen), die er zumeist allein durchführt, sowie
das Anschauen von Bilderbüchern stellen seinen Interessenschwerpunkt
in Freispielphasen dar.
Soziale Beziehungen
Till-Philipp erweitert
und intensiviert seine soziale Interaktionsfähigkeit beständig.
Er hat intensive freundschaftliche
Beziehungen zu einigen Mitschülern entwickelt und "pflegt" diese Kontakte.
Die Kontaktaufnahme
zu Kindern der eigenen oder anderer Klassen ist immer seltener körperlich
( Schmusen, "Rangeln" etc.) als vielmehr ideell, konstruktiv-kooperativ
oder sprachlich-dialogisch ambitioniert. Till-Philipp kann Bedürfnisse
und Stimmungen der anderen Schüler wahrnehmen, einschätzen und
zumeist angemessen darauf reagieren. Wenngleich Till-Philipp noch immer
der besonderen Aufmerksamkeit und Führung einer Lehrkraft bedarf,
löst er sich weiter aus der absoluten Fixierung auf diese und läßt
sich auch durch Gleichaltrige leiten. Till-Philipp zeigt noch immer das
Bestreben, Guppenregeln zu umgehen oder nach seinen Bedürfnissen zu
verändern.
Mathematik
Till-Philipp beherrscht
die Zahlen 0 bis 10. Er kann sie sicher benennen, und der Größe
nach ordnen. Mit Hilfe kann er ihnen vorgegebene Mengen zuordnen.
Er kann Mengen bis
4 simultan erfassen, ab 5 zählt er ab. Für das Abzählen
von Mengen ab 7 benötigt er Hilfen.
Die Zahlen 1 - 6 ordnet
er den Würfelbildern zu.
Bei der Bearbeitung
der mathematischen Inhalte benötigt Till-Philipp noch immer die unmittelbare
Hilfe einer Lehrkraft.
Die Zahlzerlegung
im Zahlenraum bis 4 gelingt ihm in handlungsorientierten Zusammenhängen
und mit Vorstellungshilfen noch nicht sicher.
Bei der Verschriftung
der Zahlen ohne Vorlage zeigt er noch häufig Raum-Lage-Unsicherheiten.
Lesen/Schreiben
Till-Philipp kennt
die Mehrzahl der Großbuchstaben und einige Kleinbuchstaben des Druckschriftalphabets,
kann ihnen Laute zuordnen und sie in Wörtern wiedererkennen.
Die im Rahmen des
Leselehrganges (Lesen mit Lo) behandelten Buchstaben ( L,l; O,o; I,i; A,a;
M,m) beherrscht er sicher mit den dazugehörigen Sprechbewegungsbildern.
Er kennt die im Rahmen
des Leselehrganges behandelten Wörter (Lo, Lilo, Ali, Mama und Oma)
und kann diese nach Vorlage verschriften.
Er hat die Wörter
ganzheitlich gespeichert.
Er kann sie selbständig
zergliedern, die Synthese gelingt ihm nur mit Hilfen. Till-Philipp hat
einige weitere Wörter, z.B. seinen und anderer Kinder Namen gespeichert
und erliest sie in verschiedenen Zusammenhängen. Buchstaben und Wörter
kann Till-Philipp ohne Hilfen formgetreu nachspuren. Die selbständige
Verschriftung nach Vorlage und nach Diktat gelingt ihm mit Hilfen.
Bei der Verschriftung
auch geübter Buchstaben zeigt er noch immer Raum-Lage-Unsicherheiten.
Till-Philipp hat den
kommunikativen Aspekt des Schreibens durchschaut und verfaßt mit
besonderer Freude "Kritzelbriefe".
Fachorientierte
Lernbereiche
Musik/Rhythmik
Till-Philipps Interesse
in diesem Bereich hat sich über die musikalisch-rhythmischen Inhalte
hinaus auf Liedtexte erweitert. Oft wiederholte Lieder kann er annähernd
melodiegetreu mitsingen.
Sein besonderes Interesse
gilt der gezielten und unterschiedlich modulierten Geräuscherzeugung
mit Klang- und Rhythmusinstrumenten.
Ästhetische Erziehung
Till-Philipp hat seine
Ausdrucksmöglichkeiten mit Hilfe verschiedener Materialien (Pinsel,
verschiedene Stifte, Schwamm, Stempel) erheblich erweitert. Er kann im
Rahmen differenzierter Aufgabenstellungen und mit Hilfen am Kunstunterricht
der Grundschüler partizipieren.
Beim farbigen und
flächigen Gestalten bevorzugt Till-Philipp noch immer die Einfarbigkeit
- vornehmlich schwarz - , läßt sich jedoch bereitwilliger zu
mehrfarbigen Gestaltungsversuchen bewegen. Mehrfarbige Vorlagen kann er
kopieren.
Das Ausmalen von einfachen
und komplexeren Formen gelingt ihm unter weitgehender Einhaltung der Begrenzungslinien.
Till-Philipp zeigt
verstärktes Interesse am gegenständlichen Zeichnen. Er hat grundlegende
Schemata für Mensch, Gesicht, Tier, Auto u.ä. entwickelt und
erprobt diese nachhaltig in thematisch gebundenen und freien Gestaltungssituationen.
Hauswirtschaft
Till-Philipp hat seine Fähigkeiten in diesem Bereich im Hinblick auf selbständige Vorbereitung und Durchführung des Frühstücks ausgeweitet. Alle diesbezüglichen Tätigkeiten, z.B. den Tisch für eine Geburtstagsfeier eindecken, Abwaschen und Abtrocknen des Geschirrs gelingen ihm ohne Hilfen. Die Klassendienste erledigt er gewissenhaft.
Sport
Till-Philipp zeigt
besondere Freude an allen Bewegungsangeboten. Die Erprobung seiner Schnelligkeit,
Kraft und Geschicklichkeit sind hierbei von besonderer Bedeutung.
Er partizipiert im
Rahmen seiner Möglichkeiten am Sportunterricht der Grundschüler.
An Lauf- und Fangspielen in der Gruppe, an Hindernisparcouren (Bewegungslandschaften)
nimmt er mit besonderem Engagement teil. Einfache Spielregeln kann er einhalten.
Im Rahmen der Einzelförderung
hat er das Schwingen an einem Seil mit Hilfestellung, das Springen auf
und von dem Trampolin ohne Hilfestellung und die freihändige Fortbewegung
auf dem Pedalo erlernt.
Das gezielte Werfen
und Fangen mit Bällen gelingt ihm inzwischen besser.
Bemerkungen
Till-Philipp nimmt
teil am Unterricht einer Integrationsklasse. Er wird nach den Rahmenrichtlinien
für Geistigbehinderte beschult.
26.01.1996
Unterschrift der Klassenlehrerin und der Sonderschulpädagogin
Entwicklungsorientierte
Lernbereiche
Grobmotorik
Till-Philipps motorische
Koordinationsfähigkeit hat sich weiter ausdifferenziert. Seine Bewegungen
sind schneller, zielgerichteter und ökonomischer geworden, Ausdauer
und Belastbarkeit z.B. bei Lauf- und Fangspielen im Sport- und Pausenbereich
sowie bei längeren Unterrichtsgängen haben sich verbessert.
Till-Philipp sucht
und erprobt gezielt neue Bewegungsmuster (z.B. Hüpfen, Rückwärtslaufen,
Kriechen) und wird in der Ausführung immer sicherer.
Die Überwindung
von Höhenunterschieden gelingt ihm jetzt angstfreier. Die Kraftdosierung
im Umgang mit Materialien und Mitschülern vermag er besser zu steuern.
Feinmotorik
Till-Philipp hat seine
Fertigkeiten im Bereich der Feinmotorik erweitert. Zielgenauigkeit, Kraftdosierung
und visumotorische Kontrolle ermöglichen ihm wesentlich verbesserte
Ergebnisse beim Kleben, Schneiden, Stempeln und Malen.
Das Ausmalen kleinflächiger
komplexer Formen gelingt ihm gut.
Er ist nunmehr in
der Lage, bekannte Buchstaben ohne Führungslinien annähernd formgetreu
zu reproduzieren.
Wahrnehmung / Denken
Till-Philipp überschaut
Vorhaben und Handlungseinheiten im Detail. In Ansätzen gestaltet er
sie problemlösend mit und speichert die Inhalte langfristig ab. Er
kann auch nach längeren Pausen Zusammenhänge abrufen und wiederherstellen.
Seine Fähigkeit
des rück- und vorausschauenden Denkens hat sich wesentlich verbessert,
was sich eindrucksvoll in seinen Bemühungen zeigt, Bedürfnisse
durchzusetzen und unerwünschte Handlungskonsequenzen zu umgehen.
Er verfügt über
vielfältige Problemlösungsstrategien.
Ordnungen, Reihungen
und Kategorisierungen gelingen ihm in zunehmend größeren Zusammenhängen.
Sprache /Kommunikationsverhalten
Till-Philipps Sprachkompetenz
hat sich im Bereich des Wortschatzes erweitert. Er kann gegenüber
Lehrkräften und Mitschülern seine Bedürfnisse und Gedanken
verständlich machen. Er tritt zunehmend auch mit weniger vertrauten
Personen in Kommunikation und stellt echte Dialogsituationen her.
Till-Philipps Fähigkeit
des zunehmend situationsangemesseneren Sprachgebrauchs zeigt sich besonders
in Gesprächskreisen, wo er die Form der Erlebniserzählung in
ersten Ansätzen erprobt.
In der Regel spricht
er in Mehrwortsätzen, benutzt Verben im Präsens und im Perfekt.
Die Tendenz der Echolalie
und die Dyslalie haben sich weiter verringert.
Handlungsorienterte
Lernbereiche
Selbstversorgung
Till-Philipp hat seine
Selbständigkeit in den lebenspraktischen Bereichen aus eigenem Antrieb
erweitert. Er ist stets bestrebt, alle im Schulalltag relevanten Handtungen
„alleine“ durchzuführen und bittet nur dann um Hilfe, wenn ihm diese
trotz intensiver Bemühungen mißlingen.
Das An- und Auskleiden
sowie die Erledigungen im Hygienebereich erledigt er eigenständig,
bedarf aber immer noch der wiederholten Aufforderung bzw. direkten Führung
durch eine Lehrerin bei der sachgerechten Handhabung der einzelnen Gegenstände
(z.B. Wasser, Seife, Kleidungsstücke ).
Außerhalb des
Schulgebäudes und der hier relevanten Handlungsvollzüge benötigt
Till-Philipp noch umfassende Hilfen. Angemessene Handlungs- und Selbstregulierungsmuster
z.B. bezüglich des Verhaltens im Straßenverkehr hat er noch
nicht aufgebaut und bedarf bei Ausflügen und Unterrichtsgängen
noch immer der ungeteilten Aufmerksamkeit einer Lehrerin.
Spiel
Till-Philipps Spielfähigkeit
hat sich weiter verbessert. Er nimmt regelmäßig teil an selbst-
und fremdinitiierten Spielen im Unterrichts- und Pausenbereich. Er durchschaut
Regeln und kann sie situationsangemessen anwenden. Die Tendenz, sie nach
seinen Vorstellungen zu verändern, ist seltener zu beobachten.
Till-Philipp bevorzugt
immer häufiger Spiele in der Kleingruppe anstelle des Spiels in der
Einzelsituation. Er ist in der Lage, Kinder in seine individuellen Spiele
einzubeziehen.
In Freispielphasen
bevorzugt er das Anschauen von Bilderbüchern und Konstruktionsspiele,
bei denen er mit verschiedenen Materialien Türme und Absperrungen
baut.
Soziale Beziehungen
Till-Philipps Kontakt-,
Interaktions- und Kooperationsfähigkeit hat sich weiter verbessert.
Er hat seine sozialen
Beziehungen insbesondere im Pausenbereich auf die Kinder anderer Klassen
ausgeweitet. Er sucht und findet gezielt bestimmte Spielpartner und tritt
in situationsangemessene Interaktionen. Till-Philipp ist immer besser in
der Lage, Stimmungen und Bedürfnisse der anderen Kinder wahrzunehmen
und angemessen darauf zu reagieren. Er kümmert sich liebevoll um weinende
Kinder und ist ein guter „Tröster“.
Regeln akzeptiert
Till-Philipp inzwischen besser, wenngleich er noch Schwierigkeiten mit
der Akzeptanz von Eigentumsverhältnissen hat.
Er bedarf noch immer
einer sehr hohen Aufmerksamkeit und Führung durch eine Lehrkraft,
läßt sich aber zunehmend besser auch durch seine Mitschüler
leiten.
Mathematik
Till-Philipp beherrscht
den Zahlenraum bis 10 weitgehend sicher.
Er kann die Zahlen
benennen, und ihnen die entsprechenden Mengen zuordnen
Mengenbilder bis 6
kann er fast sicher simultan erfassen, das Abzählen von Mengen bis
10 gelingt ihm ohne Hilfen. Till-Philipp kann Größer- und Kleinerbeziehungen
zwischen konkreten Gegenständen /ikonischen Darstellungen sowie Mengen
im Zahlenraum bis 10 angeben und notieren.
Die Zahlzerlegung
im Zahlenraum bis 6 gelingt ihm in handlungsorientierten Zusammenhängen
und mit Vorstellungshilfen.
Bei der Verschriftung
von Zahlen ohne Vorlage zeigt er noch gelegentlich Raum-Lage-Unsicherheiten.
Die Bearbeitung mathematischer
Inhalte gelingt Till-Philipp bei in ihrem Verfahren geübten Aufgaben
in kurzen Sequenzen schon ohne die unmittelbare Hilfe der Lehrkraft.
Lesen / Schreiben
Till-Philipp kennt
die Mehrzahl der Großbuchstaben und einige Kleinbuchstaben des Druckschriftalphabets,
kann ihnen Laute zuordnen und sie in Wörtern wiedererkennen.
Die im Rahmen des
Leselehrgangs (Lesen mit Lo 1) behandelten Buchstaben (L,l; O,o; I,i; A,a;
M,m; T,t; F,f) beherrscht er sicher mit den dazugehörigen Sprechbewegungsbildern.
Er kennt die im Rahmen
des Leselehrganges behandelten Wörter (Lo, Lilo, ALi, Mama, Oma, lila,
Limo, Lama, malt, Tim, mit, Foto, Ein, von) und seinen Namen und kann diese
nach Vorlage und zum Teil aus dem Gedächtnis verschriften.
Er hat die Wörter
ganzheitlich gespeichert und kann sie selbständig zergliedern. Die
Synthese gelingt ihm ohne Hilfen noch nicht sicher. Till-Philipp kann Drei-
bis Vierwortsätze in verschiedenen Wortkombinationen (s.o.) erlesen
und sicher entsprechenden Bildern zuordnen.
Buchstaben, Wörter
und Sätze kann er formgetreu nachspuren. Die setbständige Verschriftung
nach Vorlage und nach Diktat gelingt ihm noch nicht immer sicher.
Fachorientierte
Lernbereiche
Musik / Rhythmik
Till-Philipps Interesse
in diesem Bereich gilt besonders einfachen Liedtexten. Oft wiederholte
Lieder singt er annähemd melodiegetreu mit. Er nimmt mit besonderer
Freude an Entspannungsübungen teil, die mit Meditationsmusik unterlegt
sind.
Er zeigt überdies
Interesse an der gezielten und unterschiedlich modulierten Geräuscherzeugung
mit Klang- und Rhythmusinstrumenten.
Ästhetische Erziehung
Till-Philipp hat inzwischen
Freude an ästhetischen Gestaltungsprozessen entwickelt.
Er hat seine Ausdrucksmöglichkeiten
mit Hilfe verschiedener Materialien kontinuierlich erweitert.
Im Rahmen nur noch
gering differenzierter Aufgabenstellungen kann er mit Hilfe am Kunstunterricht
der Grundschüler teilnehmen.
Bei farbigen und flächigen
Gestaltungsaufgaben bevorzugt Till-Philipp nicht mehr ausschließlich
schwarz, sondern unternimmt mitunter eigenständig mehrfarbige Gestaltungsversuche.
Im Bereich des gegenständlichen
Zeichnens hat er sein Repertoire an grundlegenden Schemata ( Haus, Mensch,
Tier etc.) erweitert und erprobt diese in thematisch gebundenen und freien
Gestaltungssituationen.
Hauswirtschaft
Till-Philipp hat seine
Fähigkeiten in diesem Bereich vertieft. Er ist in der Lage, alle für
das Schulfrühstück relevanten Tätigkeiten selbständig
und sachgerecht auszuführen.
Seine Klassendienste
erledigt er gewissenhaft.
Sport
Till-Philipp nimmt
mit besonderer Freude am Sportunterricht teil. Er versucht, im Rahmen seiner
Möglichkeiten an den Übungen und Spielen der Lerngruppe teilzunehmen.
Er stellt sich in der Regel an und wartet, bis er an der Reihe ist. Hierbei
gelingt es gut, ihn in die Laufspiele (z.B. Wett- und Hindernisläufe
) zu integrieren.
Im Rahmen der Einzelförderung
hat er gelernt, viele Übungen an der Langbank (u.a. Krabbeln, Laufen,
Balancieren mit Hilfe und sich Ziehen auf der Bank, Kriechen durch die
Bank) auszuführen.
Er kann Bälle
fangen, die ihm gezielt zugeworfen werden und versucht, sie wieder einem
Partner zuzuwerfen.
Er kann die Rolle
vorwärts weitgehend selbständig ausführen.
Bemerkungen
Till-Philipp nimmt
teil am Unterricht einer Integrationsklasse. Er wird noch den Rahmenrichtlinien
für Geistigbehinderte beschult.
38162 [Gemeinde] ,
den 26.6.96
Unterschrift der Klassenlehrerin und der Sonderschulpädagogin
Entwicklungsorientierte
Lernbereiche
Grob- und Feinmotorik
Er hat Bewegungsgeschwindigkeit, Bewegungsökonomie
und Zielgerichtetheit so weit verbessert, dass er an den Bewegungsspielen
der Grundschüler partizipieren kann. Insbesondere im Sportunterricht
ist er neuen Bewegungsformen gegenüber sehr aufgeschlossen. Lediglich
bei Bewegungsformen, die den Gleichgewichtssinn beanspruchen (z.B. Pedalo
fahren), ist er noch unsicher und benötigt Hilfe.
Till-Philipp hat deutliche Fortschritte bei der Handhabung
von Mal- und Schneidgeräten sowie von Werkzeugen gemacht.
Seine visumotorische Kontrolle ist so weit entwickelt,
dass ihm das Anmalen von komplexen Formen, das Zeichnen mit Richtungsänderung,
das gezielte Kleben, das Schneiden auf der Linie sowie das Schreiben von
Buchstaben und Zahlen ohne Führungslinien immer besser gelingt.
Wahrnehmung / Denken
Till-Philipp hat seine Fähigkeit, Vorhaben und Handlungseinheiten im Detail zu planen und durchzufahren erweitert. Es gelingt ihm überdies, seine Wünsche und Ideen anderen gegenüber zu artikulieren und durchzusetzen. Er verfügt über vielfältige Problemlösungsstrategien. Er kann seine Handlungsalternativen gezielt wählen und Handlungskonsequenzen antizipieren. Ordnungen, Reihungen und Kategorisierungen gelingen ihm in immer größeren Zusammenhängen.
Sprache / Kommunikationsverhalten
Till-Philipp hat seine Sprachkompetenz in allen Bereichen
deutlich verbessert. Er ist nunmehr in der Lage, Gedanken und Bedürfnisse
gegenüber beliebigen Dritten situationsangemessen zu artikulieren.
Er provoziert Dialogsituationen und erprobt beständig seine sprachlichen
Möglichkeiten.
Es gelingt ihm in ersten Ansätzen in Gesprächskreisen
thematisch gebunden zu erzählen. Hierzu benötigt er jedoch noch
Hilfen.
Er spricht zumeist in Dreiwortsätzen, selten auch
in komplexeren Satzstrukturen. Er beherrscht die Verbformen Präsens
und Perfekt.
Noch immer ist eine leicht Dyslalie vorhanden.
Handlungsorientierte
Lernbereiche
Selbstversorgung
Till-Philipp ist in den lebenspraktischen Bereichen sowie
in den schulrelevanten Bereichen wesentlich selbstständiger geworden
und bewältigt die diesbezüglichen Erledigungen zumeist ohne Hilfen
und direkte Führung; er benötigt hierzu jedoch eine ausdrückliche
Aufforderung. Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend eigenständig.
Till-Philipp kann innerhalb des Schulgebäudes alle
hier relevanten Handlungsvollzüge einschließlich kleiner Botengänge
und Klassendienstverrichtung selbstständig durchführen. Bei Ausflügen
und Unterrichtsgängen kann er sich jetzt gut in die Gruppe einfügen
und bedarf nicht mehr der ständigen Lenkung durch eine Lehrerin. Noch
immer hat Till-Philipp keine angemessenen Handlungsmuster zum regelgerechten
Verhalten im Straßenverkehr aufgebaut.
Spiel
Till-Philipp nimmt mit Freude an Klein- und Großgruppenspielen
im Unterrichts- und Pausenbereich teil. Er durchschaut und befolgt zumeist
die grundlegenden Regeln.
Bei Brett- und Legespielen versucht er noch immer, die
Regeln nach seinen Bedürfnissen zu verändern. Er kann daher diese
Spiele nur mit einer Lehrerin, nicht jedoch mit den Kindern der Lerngruppe
spielen. In Freispielphasen beschäftigt er sich besonders gern mit
Büchern, Handpuppen und Konstruktionsspielen.
Soziale Beziehungen
Till-Philipp hat seine Kontakt-, Interaktions- und Kooperationsfähigkeit
weiter ausgebaut. Er sucht sich gezielt Spielpartner aus der eigenen wie
auch aus anderen Lerngruppen, um mit diesen seine Pausen zu gestalten.
Er nimmt von sich aus Kontakt zu neuen Schülern
auf. Innerhalb des Klassenverbandes pflegt er gute Kontakte zu alten Gruppenmitgliedern,
nimmt sie in ihren Stimmungen und Bedürfnissen wahr und ernst und
reagiert angemessen auf sie. Zu einigen Mitgliedern der Lerngruppe hat
Till-Philipp stabile freundschaftliche Beziehungen aufgebaut. Diese pflegt
er auch im Freizeitbereich.
Mathematik
Till-Philipp kann im Zahlenraum bis 10 sicher die Zahlen
benennen, ihnen Mengen zuordnen und Größer-Kleinerbeziehungen
von Mengen angeben und notieren.
Er kann einige Zahlen im Zahlenraum bis 20 benennen.
Die Zahlzerlegung im Zahlenraum bis 6 gelingt ihm in handlungsorientierten
Zusammenhängen und mit Vorstellungshilfen. Mit Hilfen kann er Additions-
und Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 4 nachvollziehen (mit Muggelsteinen
oder Steckbrett), die selbstständige Umsetzung von Aufgaben in Handlungsvollzüge
und umgekehrt gelingt ihm noch nicht.
Lesen / Schreiben
Till-Philipp hat den Leselehrgang "Lesen mit Lo l" annähernd
abgeschlossen. Er kann die hier behandelten Buchstaben sicher Lesen, formgetreu
verschriften und beherrscht die zugehörigen Sprechbewegungsbilder.
Er kennt die im Lehrgang behandelten Ganzwörter
und kann diese nach Vorlage und den überwiegenden Teil auch aus dem
Gedächtnis verschriften.
Till-Philipp hat die Wörter ganzheitlich gespeichert
und kann sie zergliedern. Die Synthese der Wörter aus Buchstaben und
Silben gelingt ihm mit Hilfen.
Er kann auf der Basis des geübten Wortbestandes
Sätze und kleine Texte erlesen und sicher entsprechenden Bildern zuordnen.
Buchstaben, Wörter und Sätze kann er formgetreu
nachspuren und nach Vorlage verschriften.
Fachorientierte
Lernbereiche
Musik / Rhythmik
Till-Philipp kann mit Unterstützung immer gleichmäßiger auf Rhythmusinstrumente schlagen. Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten gelingt ihm der Wechsel zwischen Spie und Pause schon recht gut. Er hat viel Freude am musikalischen Zusammenspiel mit anderen, wobei er sich an den Mitschülern orientiert und diese nachahmt; so hört er Regeln zunehmend besser ein.
Kunst / Werken
Till-Philipp zeigt besonderes Interesse an alten farbigen
und plastischen Gestaltungsprozessen. Er experimentiert gern mit den verschiedenen
Materialien und Werkzeugen.
Er nimmt mit zum Teil gering differenzierten Aufgabenstellungen
und Hilfen am Kunst- und Werkunterricht der Lerngruppe teil.
Till-Philipp ist nunmehr in der Lage, in seinen Bildern
Situationen darzustellen bzw. kleine Geschichten zu erzählen. Dabei
überwiegt inzwischen die Mehrfarbigkeit. Seine Fähigkeiten im
Bereich des gegenständlichen Zeichnens haben sich weiter ausdifferenziert.
Im Werkunterricht zeigt Till-Philipp neben einer besonderen
Freude am Umgang mit Werkzeugen und Maschinen eine besondere Geschicklichkeit.
Till-Philipp kann mit nur wenig Hilfe mit einer Laubsäge auf einer
Linie entlangsägen.
Hauswirtschaft
Till-Philipp kann den Frühstückstisch für
das Klassenfrühstück setbstständig eindecken. Er kann zwischen
Tee- und Kaffeetassen differenzieren, Besteck auswählen u.ä..
Die für den Klassendienst notwendigen Verrichtungen
beherrscht er annähernd ohne Hilfen.
Sport
Till-Philipp nimmt mit besonderer Freude am Sportunterricht
teil. Immer häufiger kann er an den Übungen und Spielen der Lerngruppe
teilnehmen. Er kann sich in der Riege anstellen und warten, bis er an der
Reihe ist.
Er beherrscht viele Übungen an der Bank: Balancieren,
sich auf der Bank ziehen, krabbeln, über die Bank laufen und springen.
Mit dem Ball kann er nach Anweisung langsam und schnell kullern. Er kann
Bälle fangen, wenn man ihm gut zuwirft. Laufspiele ahmt er den Mitschülern
nach und kann auch hier teilweise mitmachen.
Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften
Till-Philipp hat, wenn es von den Inhalten her möglich war, mit Freude an der Musik-AG teilgenommen.
Bemerkungen
Till-Philipp nimmt teil am Unterricht einer Integrationsklasse.
Er wird nach den Rahmenrichtlinien der Schule für Geistigbehinderte
beschult.
31.01.1997
Unterschrift der Klassenlehrerin und der Sonderschulpädagogin
Entwicklungsorientierte
Lernbereiche
Grob- und Feinmotorik
Till-Philipp hat seine
Bewegungsgeschwindigkeit, Bewegungsökonomie und Zielgerichtetheit
so weit entwickelt, dass er an den Ball- und Bewegungsspielen der Grundschüler
teilnehmen kann. Auch bei Bewegungsformen, die den Gleichgewichtssinn beanspruchen
(Pedalo fahren, auf Dosenstelzen laufen) hat er Fortschritte erzielt und
benötigt nur noch wenig Hilfe.
Till-Philipp verfügt
über differenzierte Handfertigkeiten (schrauben, kurbeln, schneiden,
öffnen, etc.).
Till-Philipp kann
sämtliche für den Unterricht notwendigen Materialien und Werkzeuge
handhaben. Seine Auge-Hand-Koordination ist so weit entwickelt, dass ihm
das Anmalen von komplexen Formen, das Zeichnen, das ge.
Wahrnehmung/Denken
Till-Philipp kennt
Formen und Farben und kann diese unterscheiden. Er kann Größen
unterscheiden, vergleichen und Gegenstände nach ihrer Größe
geordnet in eine Reihenfolge bringen.
Till-Philipp hat seine
Fähigkeit, Vorhaben und Handlungseinheiten zu planen und durchzufahren
erweitert. Es gelingt ihm, seine Bedürfnisse, Wünsche und Ideen
anderen gegenüber zu artikulieren und durchzusetzen. Er verfügt
über vielfältige Problemlösungsstrategien und kann Handlungsalternativen
gezielt wählen. Auch kann er mögliche Konsequenzen, die auf eigene
und fremde Handlungen folgen, abschätzen und artikulieren.
Sprache /Kommunikation
Till-Philipp hat seine
Sprachkompetenz in allen Bereichen erweitert. Es gelingt ihm immer besser,
in entsprechenden Situationen Fragen zu formulieren und entsprechend zu
betonen.
Mit Hilfe kann er
in Gesprächskreisen thematisch gebunden erzählen z.B. von seinem
Wochenende. Dabei kann er sich an Gesprächsregeln halten. Till-Philipp
kann sich sprachlich situationsangemessen mitteilen. Er kann sich gezielt
Hilfe erbitten und seine Wünsche und Bedürfnisse artikulieren.
Es gelingt ihm gut, Mitschüler auch mit sprachlichen Mitteln zu trösten.
Begrüßungs-
und Verabschiedungsformein sowie Höflichkeitsausdrücke (z.B.
Bitte schön, Danke schön) beherrscht er und verwendet sie meistens
situationsangemessen. Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und
Verbote und kann angemessen darauf reagieren. Dabei nutzt er auch die Fähigkeit,
unterschiedliche Stimmmodulationen richtig zu deuten.
Till-Philipp kann
Oberbegriffe (Obst, Gemüse, Bauernhof, Kleidung etc.) bilden. Er spricht
meistens in Dreiwortsätzen und benutzt die Verben vordergründig
im Präsens oder Perfekt.
Handlungsorientierte.Lernbereiche
Selbstversorgung
Till-Philipp ist in
den lebenspraktischen sowie den schulrelevanten Bereichen viel selbstständiger
geworden. Er erledigt die Anforderungen im Hygienebereich ohne Hilfe und
Aufforderungen. Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend eigenständig.
Till-Philipp kann
den Tisch decken und abräumen, letzteres jedoch nur nach ausdrücklicher
Aufforderung. Er hält sich an in der Klasse gültige Tischgewohnheiten
und kann sich Tischnachbarn aussuchen. Er teilt gern mit anderen, reicht
gewünschte Dinge (Messer, Kakao) weiter und kann sich etwas zureichen
lassen.
Selbständig erledigt
Till-Philipp kleine Botengänge innerhalb des Schulgebäudes, besorgt
sich Dinge des täglichen Bedarfs (Stifte, Malkasten, Pflaster etc.),
leiht sich Bücher aus und bringt, manchmal noch mit Hilfe, seine Sachen
in Ordnung (z.B. Etui und Ranzen einräumen, Stuhl hochstellen, Spielecke
aufräumen, Arbeitsplatz vorbereiten).
Bei Ausflügen
und Unterrichtsgängen fügt er sich gut in die Gruppe ein und
braucht nur manchmal noch die Hilfe einer Lehrerin. Im Straßenverkehr
ist Till-Philipps Verhalten noch nicht regelgerecht. Er kann nach rechts
und links schauen und weiß, dass er die Straße nur überqueren
darf, wenn kein Auto kommt, doch tut er es oft nur nach direkter Aufforderung.
Spielen
Mit Freude nimmt Till-Philipp an Klein- und Großgruppenspielen teil. Er kennt grundlegende Regeln und kann sich daran halten. Gesellschaftsspiele möchte er weiterhin oft nach seinen Bedürfnissen verändern. In Freispielphasen beschäftigt er sich besonders gern mit den Handpuppen und Bauklötzen in seiner Spielecke oder er sieht sich Bücher und Fotoalben an. In den Pausen sucht er sich oft Dosenstelzen oder das Springseil aus oder er spielt mit anderen Schülern im Sandkasten.
Soziale Beziehungen
Till-Philipp sucht
sich für Tätigkeiten im Klassenverband sowie für die Pausen
gezielt Spiel- und Arbeitspartner. Er geht auf Kinder aus der eigenen wie
aus anderen Lerngruppen offen zu, nimmt Kontakt auf und fordert sie zu
konkreten und überlegten Spielsituationen auf.
In der Klasse pflegt
er gute Kontakte zu allen Mitschülern, nimmt sie in ihren Stimmungen
und Bedürfnissen wahr und reagiert angemessen auf sie. Zu einigen
Mitgliedern der Gruppe hat TillPhilipp eine freundschaftliche Beziehung,
die er auch im Freizeitbereich pflegt.
Mathematik
Till-Philipp kann Mengen
nach qualitativen und quantitativen Eigenschaften vergleichen und unterscheiden
sowie vorgegebene Mengen verändern (reduzieren, erweitern). Im Zahlenraum
bis 10 kann er Mengen zuordnen sowie Größer-Kleinerbeziehungen
angeben und notieren.
Im Zahlenraum bis
12 kann er sicher die Zahlen benennen, lesen und schreiben, einige Zahlen
im Zahlenraum bis 20 benennt er.
Im Zahlenraum bis
6 gelingt ihm die Zahlzerlegung in handlungsorientierten Zusammenhängen.
Mit Hilfen kann er hier Additions- und Subtraktionsaufgaben nachvollziehen
sowie die Mengen mit Vorstellungshilfen (Würfelbilder) simultan aufnehmen.
Lesen/Schreiben
Till-Philipp hat den
Leselehrgang "Lesen mit Lo l" abgeschlossen und arbeitet nun mit dem Lehrgang
"Lesen mit Lo 2". Er kann die bekannten sowie die neu eingeführten
Buchstaben (S, s, H, h, N, n, Ei, ei, W,w) sicher lesen, formgetreu verschriften
und beherrscht die zugehörigen Sprechbewegungsbilder.
Er kennt die im Lehrgang
behandelten Ganzwörter (halt, Hallo, teilt, Eis, allein, wo, etc.)
und kann diese nach Vorlage und den überwiegenden Teil aus dem Gedächtnis
verschriften. Ebenfalls kann er alle geübten Buchstaben nach Diktat
sowie lauttreue Silben aus zwei bis drei Buchstaben mit Hilfen verschriften.
Buchstaben, Wörter und Sätze kann er formgetreu nachspuren und
nach Vorlage verschriften.
Till-Philipp hat die
Wörter ganzheitlich gespeichert. Die Synthese der Wörter aus
Buchstaben und Silben gelingt ihm mit Hilfen.
Er kann auf der Basis
des geübten Wortbestandes Sätze und kleine Texte erlesen und
sicher entsprechenden Bildern zuordnen. Neue ein- und zweisilbige lauttreue
Wörter auf der Basis des geübten Buchstabenbestandes kann er
mit Hilfe erlesen.
Fachorientierte
Lernbereiche
Musik/Rhythmik
Till-Philipp zeigt
grundsätzlich Interesse und Freude an musikalischem Tun.
Er kann mit Unterstützung
annähernd gleichmäßig auf Rhythmusinstrumente schlagen.
Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten gelingt ihm der Wechsel zwischen
Spiel und Pause schon recht gut. Da ihm das Spielen auf Instrumenten Spaß
macht und er sich dabei an seinen Mitschülern orientiert und diese
nachahmt, gelingt ihm das Einhalten musikalischer Regeln zunehmend besser.
Kunst
Till-Philipp zeigt
ein besonderes Interesse am Kunstunterricht. Der Umgang mit Farben und
Formen bereitet ihm Spaß. Er kann mit großen und kleinen Pinseln
großflächig aber auch gegenständlich malen. Ebenfalls hat
er erfahren, dass durch das Mischen von Farben neue Farbtöne entstehen
können und wendet es häufig an. Dabei steht das ungezielte Mischen
von Farben im Vordergrund. Häufig malt Till-Philipp konkrete Situationen
und kleine Geschichten und erzählt seine Bilder. Gut und sehr differenziert
gelingt ihm manchmal auch das Abmalen von Gegenständen wie z.B. das
Abmalen seines 'Handys'. Besonders gern malt er großflächig
mit Kreide an der Tafel.
Spaß hat Till-Philipp
am Erstellen von Collagen. Er kann Bilder nach einem bestimmten Inhalt
auswählen (z.B. Spielzeug) und mit Hilfe neu zusammenordnen. Die hierfür
benötigten Grundfertigkeiten im Schneiden, Reißen und Kleben
beherrscht er.
Textil
Till-Philipp hat an den praktischen Arbeiten des Textilunterrichts mit großem Eifer teilgenommen. Dabei hat er unterschiedliche Erfahrungen mit Wolle (dick/dünn, rau/weich) sammeln können. Einige Techniken der Wollverarbeitung hat er kennengelernt (Flechten, Weben und Sticken). Im Rahmen des Textilunterrichts hat Till-Philipp sich eine Krake mit geflochtenen Zöpfen, eine gewebte Tasche sowie ein Stickbild erstellt. Bei der Ausübung dieser Techniken benötigt er unterschiedlich viel Hilfe.
Hauswirtschaft
Till-Philipp kann den Frühstückstisch für das Klassenfrühstück selbständig eindecken. Er unterscheidet Tee- und Kaffeetassen, wählt richtiges Besteck aus und kann die Kaffeemaschine bedienen. Die Klassendienste verrichtet er sehr gern und pflichtbewusst. Das Abwaschen und Abtrocknen des Geschirrs gelingen ihm nahezu ohne Hilfe, die Kakaokiste holt er eigenständig und nur beim Blumen gießen benötigt er noch Hilfe.
Sport
Till-Philipp nimmt
mit besonderer Freude am Sportunterricht teil. Immer häufiger kann
er an den Übungen und Spielen der Lerngruppe teilnehmen. Er kann sich
in der Riege anstellen und warten, bis er an der Reihe ist.
Er beherrscht viele
Übungen an der Bank: Balancieren, sich auf der Bank ziehen, krabbeln,
über die Bank laufen und springen.
Mit dem Ball kann
er nach Anweisung langsam und schnell kullern. Er kann Bälle fangen,
wenn man ihm gut zuwirft. Er hat gelernt, den Ball zu prellen und wieder
aufzufangen.
Laufspiele ahmt er
den Mitschülern nach und kann auch hier teilweise mitmachen. Besonders
viel Spaß macht ihm das Spiel 'Feuer, Wasser, Luft'.
In letzter Zeit interessiert
Till-Philipp sich für das Seilspringen und versucht dabei mitzumachen.
Er kann sich geschickt mit dem Rollbrett fortbewegen.
Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften
Till-Philipp hat, wenn es von den Inhalten her möglich war, mit Freude an der AG Pappmaché oder an der Spiele- und Bastel-AG teilgenommen.
Bemerkungen
Till-Philipp nimmt
teil am Unterricht einer Integrationsklasse. Er wird nach den Rahmenrichtlinien
der Schule für Geistigbehinderte beschult.
Till-Philipp nimmt
im Schuljahr 1997/98 am Unterricht der 4. Klasse teil.
38162 [Gemeinde] den
16.07.1997
Unterschrift der Klassenlehrerin und der Sonderschulpädagogin
Entwicklungsorientierte
Lernbereiche
Grob- und Feinmotorik
Till-Philipp hat seine Bewegungsökonomie und -geschwindigkeit
sowie Zielgerichtetheit soweit entwickelt, daß er mit Einschränkungen
an den Ball- und Bewegungsspielen der Grundschüler teilnehmen kann.
Im Bereich des vestibulären Systems hat er Fortschritte
gemacht. Pedalo fahren und Dosenstelzen laufen beherrscht er mit nur noch
wenig Hilfen.
Im Bereich des propriozeptiven Systems zeigt er noch
immer Defizite. Kleine Höhenunterschiede überwindet er auf allen
Vieren und das Springen aus geringer Höhe gelingt ihm mit Hilfe.
Till-Philipp verfügt über eine differenzierte
Handfertigkeit und kann sämtliche im Unterricht gebräuchlichen
Materialien sachgerecht handhaben.
Seine Auge-Hand-Koordination ist soweit entwickelt, daß
ihm das Anmalen von komplexen Formen, das gezielte Kleben, das Schneiden
auf der Linie, wie auch das Schreiben von Zahlen und Buchstaben ohne Führungslinien
immer besser gelingen. Im Umgang mit Werkzeugen zeigt Till-Philipp Geschicklichkeit.
Wahrnehmung/Denken
Till-Philipp ist in der Lage, Vorhaben und Handlungseinheiten
im Rahmen seiner Möglichkeiten zu planen und umzusetzen. Es gelingt
ihm, diesbezügliche Ideen anderen gegenüber zu artikulieren und
durchzusetzen. Er verfügt über eine Reihe von Problemlösungsstrategien
und kann Handlungsalternativen gezielt wählen. Nicht immer gelingt
es ihm, mögliche Konsequenzen des eigenen oder auch fremden Handelns
richtig einzuschätzen.
Till-Philipp kennt Formen und Farben und kann diese sicher
differenzieren. Er kann Größen unterscheiden, Reihenfolgen und
einfache Kategorien bilden.
Sprache/Kommunikation
Till-Philipp erweitert seine Sprachkompetenz in allen
Bereichen kontinuierlich. Er kann sich mit Hilfe einfach strukturierter
Sätze oder Satzfragmente (Dreiwortsätze) situationsangemessen
mitteilen, gezielte Hilfe erbitten, Wünsche und Bedürfnisse artikulieren.
Immer besser gelingt es ihm, Fragen zu formulieren und entsprechend zu
betonen.
Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie
Höflichkeitsausdrücke beherrscht er und verwendet sie zumeist
situationsadäquat.
Mit Hilfe kann er in ersten Ansätzen bei Gesprächskreisen
thematisch gebunden erzählen und Gesprächsregeln einhalten.
Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und Verbote
und ist in der Lage, angemessen darauf zu reagieren. Dabei nutzt er die
Fähigkeit, unterschiedliche Stimmodulationen richtig zu deuten.
Handlungsorientierte
Lernbereiche
Selbstversorgung
Till-Philipp hat in den lebenspraktischen sowie schulrelevanten
Bereichen ein erfreuliches Maß an Selbständigkeit erreicht.
Er erledigt die Anforderungen im Hygienebereich ohne Aufforderung und weitgehend
ohne Hilfe.
Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend selbständig.
Lediglich beim Zuknöpfen, Reißverschluß schließen,
Schleife binden benötigt er noch Hilfe. Im Rahmen des Textilunterrichtes
hat er die Bewältigung verschiedener Verschlüsse geübt und
vermag Klettverschlüsse, Schnallen und Druckknöpfe ohne Hilfe,
große gut greifbare Knöpfe mit Hilfe zu schließen und
einen Knoten zu binden.
Innerhalb des Tagesgeschäftes der Klasse erfüllt
Till-Philipp inzwischen alle an ihn gestellten Anforderungen: z.B. Frühstückstisch
decken, Kakao holen, Müll (getrennt) entsorgen, Tischgewohnheiten
und Regeln einhalten, Arbeitsplatz einrichten, Materialien besorgen, Arbeitsblätter
abheften, Bücher ausleihen, kleine Botengänge erledigen. Ordnung
schaffen z.B. Abräumen des Frühstückstisches, Einräumen
des Ranzens, Aufräumen der Spielecke u.ä. vermag er oft nur nach
ausdrücklicher Aufforderung und manchmal nur mit Hilfe.
Bei Ausflügen und Unterrichtsgängen fügt
sich Till-Philipp gut in die Gruppe ein und braucht nicht mehr ständig
die direkte Hilfe einer Lehrerin. Sein Verhalten im Straßenverkehr
ist noch nicht regelgerecht. Er kann nach links und rechts schauen und
weiß, daß er die Straße nur dann überqueren darf,
wenn kein Auto kommt. Er kann es jedoch nur auf ausdrückliche Aufforderung
hin.
Spielen
Mit Freuden nimmt Till-Philipp an Klein- und Großgruppenspielen
teil. Er kennt die grundlegenden Regeln und kann sich daran halten, wenngleich
er immer wieder versucht, diese auf seine Bedürfnisse hin zu verändern.
In Freispielphasen beschäftigt er sich mit Handpuppen
und läßt diese in Rollenspielen seine Erlebnisse nachvollziehen
oder mit Bauklötzen in seiner Spielecke. Gern schaut er sich Bilderbücher
und Fotoalben an.
Er nutzt gern das angebotene Pausenspielzeug wie Dosenstelzen,
Springseil und Pferdehalfter oder er spielt mit zumeist jüngeren Mitschülern
im Sandkasten oder am Klettergerüst.
Soziale Beziehunqen
Till-Philipp ist sehr kontaktfreudig. Er geht auf Kinder
der Lerngruppe und der anderen Klassen offen zu, sucht sich gezielt Spiel-
und Arbeitspartner und fordert diese zu konkreten Spielsituationen, Aktionen
oder Hilfen auf.
Er liebt es, die Kinder zum Lachen zu bringen und durch
seine "Späßchen" im Mittelpunkt zu stehen.
Till-Philipp zeigt eine gute Empathiefähigkeit.
Weinende Kinder vermag er liebevoll zu trösten.
In der Klasse pflegt er Kontakte zu allen Mitschülern,
nimmt sie in ihrer Individualität wahr und reagiert angemessen auf
sie.
Zu einigen Mitgliedern der Lerngruppe wie auch zu seinen
Lehrerinnen hat er eine intensive Beziehung entwickelt, was sich im vertrauten
Umgang miteinander sowie der Herstellung körperlicher Nähe durch
Till-Philipp ausdrückt.
Durch gezielte Übungen hat er eine Vorstellung von
"Vorsicht" und "zärtlich" entwickelt und seine Eigenart, Nähe
zu anderen Kindern durch zu starke Umarmungen herzustellen weitgehend abgebaut.
Mathematik
Die Zahlen im ZR bis 12 benennt, liest und schreibt Till-Philipp
sicher im ZR bis 20 noch nicht immer richtig.
Mengen mit Vorstellungshilfen (Würfelbilder) kann
er simultan erfassen.
Er kann Mengen nach qualitativen und quantitativen Eigenschaften
vergleichen und unterscheiden. Im ZR bis 10 kann er Mengen zuordnen sowie
Größer-Kleinerbeziehungen angeben und notieren.
Mit Hilfe und in handlungsorientierten Zusammenhängen
gelingt ihm die Zahlzerlegung im ZR bis 6.
Er kann an einem Uhrenschema die vollen Stunden ablesen
und bei vorgegebenen Zahlen die Zeigerstellung notieren.
Lesen/Schreiben
Till-Philipp kennt ca. 30 im Rahmen seines Leselehrgangs
behandelte Ganzwörter. Die meisten hat er ganzheitlich gespeichert
und kann sie erlesen. Den diesen Wörtern zugrunde liegenden Buchstabenbestand
beherrscht er, kann diesen erlesen, formgetreu aus dem Gedächtnis
verschriften und verfügt über die zugehörigen Sprechbewegungsbilder.
Die im Lehrgang aktuell behandelten Wörter kann
er nach Vorlage und zum großen Teil nach Diktat verschriften. Die
Synthese der Wörter aus bekannten Buchstaben gelingt ihm mit Hilfe.
Buchstaben, Wörter und Sätze kann er formgetreu
nachspuren und nach Vorlage schreiben. Dabei gelingt ihm die Einhaltung
der Linien immer besser.
Till-Philipp kann auf der Basis des geübten Wortbestandes
Sätze und kleine Texte erlesen und sicher entsprechenden Bildern zuordnen.
Fachorlentierte
Lernbereiche
Musik/Rhythmik
Till-Philipp zeigt Interesse an allem musikalischen Tun. Große Freude hat er an rhythmischen Bewegungsspielen. Er kann die musikalischen Parameter Lautstärke, Tempo, Steigerung in Bewegungsformen umsetzen und auf den Instrumenten hörbar machen. Mit Unterstützung kann er einfache regelmäßige Rhythmen annähernd gleichmäßig auf Instrumenten schlagen. Da ihm das Spielen auf Instrumenten Spaß macht und er sich dabei an seinen Mitschülern orientieren kann, gelingt ihm das Einhalten musikalischer Regeln zunehmend besser. So kann er abwarten bis er an der Reihe ist und den Wechsel zwischen musikalischem Spiel und Pause recht gut einhalten.
Kunst
Till-Philipp hat besonderes Interesse am Kunstunterricht.
Der Umgang mit Farben und Formen bereitet ihm Freude. Grundlegende Techniken
wie An- und Abmalen, Zeichnen, Farbmischung, Schneiden, Kleben, Reißen
kennt und beherrscht er z.T. gut. Er kann mit großen und kleinen
Pinseln großflächig malen und gegenständlich zeichnen.
Zunehmend besser gelingt es ihm, themengebunden zu malen.
Insbesondere Menschendarstellungen wie z.B. "Weihnachtsmann" und "Clown"
vermag er gut umzusetzen.
Malt Till-Philipp frei, erzählt er in seinen zumeist
ein- oder zweifarbigen Bildern Geschichten oder konkrete Situationen, die
er mit Freude versprachlicht.
Werken
Till-Philipp hat Freude am praktischen Tun und am Umgang
mit verschiedenen Werkstoffen und Werkzeugen.
Er kann mit z.T. reduzierten Anforderungen und Hilfen
am Werkunterricht der Klasse teilnehmen.
Mit Hilfe hat er einen Schneemann aus Sperrholz ausgesägt,
zusammengeklebt und angemalt.
Das Plastizieren mit verschiedenen Materialien wie Ton
oder Salzteig macht ihm viel Spaß. Er kann die Masse zu Rollen und
Kugeln formen. Auf der Basis dieser Grundformen kann er mit Hilfen Gegenstände
herstellen.
Den durch seine freie Materialbearbeitung entstandenen
Gebilde gibt er durch seine Bezeichnung Gegenständlichkeit, z.B.:
Baby, Affe, Klo.
Textiles Gestalten
Eifrig hat Till-Philipp gemeinsam mit seinen Mitschülern
erste Häkelversuche unternommen und hat den Umgang mit Wolle unterschiedlicher
Qualität und Farbe durch Knoten, Flechten, Wickeln und Kleben erprobt.
Intensiv hat er im Rahmen des Textilunterrichtes geübt,
Knöpfe, Reißverschlüsse, Bänder zu handhaben. Mit
Freuden stellt er Schnüre aus Knoten her.
Sport
Till-Philipp nimmt mit besonderer Freude am Sportunterricht
und soweit möglich an den Übungen und Spielen der Lerngruppe
teil.
Er kann sich in der Riege anstellen und warten, bis er
an der Reihe ist.
Gemeinsam mit der Lerngruppe hat er die Rolle vorwärts,
das Radschlagen und den Handstand geübt. Die Rolle beherrscht er fast
ohne Hilfe.
Das Seilspringen bereitet ihm viel Spaß. Er bemüht
sich, mit dem Seil auf der Stelle zu springen und zu laufen.
An den Lauf- und Fangspielen der Lerngruppe nimmt er
gerne teil, indem er durch Nachahmung seiner Mitschüler partizipiert.
Im Umgang mit dem Ball ist er noch sicherer geworden,
kann ihn kullern, werfen, prellen und in Ansätzen fangen.
Hauswirtschaft
Till-Philipp kann den Frühstückstisch selbständig
eindecken, Geschirr- und Besteckteile unterscheiden und richtig auswählen.
Er kann nahezu ohne Hilfe Geschirr abwaschen und abtrocknen.
Klassendienste verrichtet er pflichtbewußt. Besonders
verantwortlich fühlt er sich für den Frühstücksdienst
und holt unaufgefordert den Kakaokasten.
Im Rahmen der Koch-AG hat er sich insbesondere beim Kleinschneiden
von Lebensmitteln und Verrühren von Speisen intensiv eingebracht.
Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften
Till-Philipp hat mit Freude und großem Eifer an der Koch-AG teilgenommen.
Bemerkungen
Till-Philipp nimmt teil am Unterricht einer Integrationsklasse.
Er wird nach den Rahmenrichtlinien der Schule für geistig Behinderte
beschult.
30.01.1998
Unterschrift der Klassenlehrerin und der Sonderschulpädagogin
Entwicklungs-
und handlungsorlentierte Lernbereiche
Arbeits- und Lernverhalten
Till-Philipp bearbeitet ihm angemessene Arbeiten mit motivierenden
Inhalten selbständig. Dabei schwankt sein Arbeitstempo, und es hilft
ihm, wenn man ihn zwischenzeitlich zur Weiterarbeit ermuntert.
Till-Philipp kann sich über einen längeren
Zeitraum selbst beschäftigen, indem er Bilderbücher oder die
Fotoalben der Klasse betrachtet oder in seiner Spielecke spielt.
Die Klassendienste wie Kakaokasten holen, Tisch decken
oder die Tafel wischen führt er gern aus. Er ist hilfsbereit und freut
sich, wenn er kleine Aufträge für die Lehrerin erfüllen
darf.
Seine Hausaufgaben erledigt Till-Philipp besonders gern
und gewissenhaft und legt sie jeden Morgen von sich aus seiner Lehrerin
vor.
Sozialverhalten
Till-Philipp geht auf alle Schüler und Lehrer der
Schule offen und freundlich zu. Seine Klassenlehrerinnen und die Mitschüler
seiner Klasse mag er besonders und hat auch zu bestimmten Klassenkameraden
eine Freundschaft entwickelt. Ist ein Kind traurig, tröstet er es
liebevoll. Auch Fachlehrerinnen gegenüber ist er sofort aufgeschlossen.
Ein herzliches Verhältnis hat er zu dem Schulhausmeister.
In den Pausen spielt Till-Philipp vorwiegend mit jüngeren
Kindern, da er ihre Spiele leichter durchschaut. Er beteiligt sich an Gruppenspielen
und hält dabei einfache Spielregeln ein. Aber er kann sich auch auf
dem Schulhof gut allein beschäftigen, indem er in der Sandkiste spielt
oder Seil springt.
Selbstversorgung
Wie in allen Bereichen hat Till-Philipp auch hier weiter
an Selbständigkeit gewonnen.
Till-Philipp hat ein ausgeprägtes Reinlichkeitsempfinden
und erledigt alle Anforderungen im Hygienebereich selbständig. Er
kann sich vor und nach den Pausen und dem Sportunterricht allein an- und
auskleiden. Beim Schließen von schwierigen Verschlüssen oder
Binden von Schleifen braucht er noch Hilfe.
Bei Unterrichtsgängen fügt er sich in die Gruppe
ein. Er braucht aber dabei die unauffällige Beobachtung der Lehrerin,
da er im Straßenverkehr noch Orientierungs- und Regulierungshilfen
benötigt. Den Schulweg macht er gemeinsam mit seiner Mutter.
Till-Philipp kann seinen Ranzen selbständig ein-
und auspacken. Er richtet seinen Arbeitsplatz ein und räumt ihn am
Ende des Unterrichts wieder auf.
Die im Unterricht gebräuchlichen Materialien wie
Schere, Klebstift, Tuschkasten, Filzstifte, u.s.w. handhabt er sachgerecht.
Auch ist er in der Lage, seine Arbeitsblätter selbständig in
die entsprechenden Ordner abzuheben.
Im Schulgebäude findet er sich gut zurecht.
Sprache/Kommunikation
Till-Philipp kann sich alters- und entwicklungsgemäß
ausdrücken.
Bedürfnisse, Fragen und einfache Aussagen kann er
formulieren, Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie Höflichkeitsbekundungen
wendet er situationsgemäß richtig an. Im Gesprächskreis
hält er die Gesprächsregeln ein und kann mit Hilfe zum Thema
erzählen. Till-Philipp zeigt in allen Bereichen ein angemessenes Sprachverständnis.
Es macht ihm Spaß, neue - besonders lautmalerische
- Wörter in seinen Sprachschatz aufzunehmen und sie wieder zu verwenden.
(Beurteilungen in Mathematik, Lesen/Schreiben, Kunst, Werken, Textiles Gestalten und Sport wurden wörtlich von der Sonderschullehrerin übernommen)
Mathematik
Till-Philipp benennt und schreibt die Zahlen bis 12 sicher
und kennt einzelne Zahlen aus dem ZR bis 100.
Die Mengenerfassung bis 10 gelingt ihm mit Hilfe der
"Rechenhäuser“ ("Kieler Zahlenbilder“) annähernd sicher.
Er kann den Mengen die entsprechenden Zahlen zuordnen
und diese gemäß Vorgabe tippen. Er kann Größer-Kleiner-Beziehungen
erkennen und in handlungsorientierten Zusammenhängen die Zahlzerlegung
im ZR bis 6 durchführen. Er kann an einem Uhrenschema die vollen Stunden
ablesen und bei Zahlvorgabe die Zeigerstellung notieren. Er kennt die Banknoten
bis 100 DM und kann mit Hilfe genannten oder notierten Geldwerten die entsprechenden
Münzen bzw. Scheine zuordnen.
Lesen/Schreiben
Till-Philipp kennt den überwiegenden Teil der im
Rahmen seines Leselehrgangs (Lo 1 + 2) behandelten Ganzwörter, kann
diese erlesen, nach Vorlage verschriften und zum großen Teil nach
Diktat aufschreiben. Den zugrunde liegenden Buchstabenbestand kann er verschriften,
in Sprechbewegungsbilder umsetzen und mit Hilfe zu Sprechsilben synthetisieren.
Bei noch dominanter ganzheitlicher Speicherung der Wörter
ermöglicht ihm die angebahnte Synthese von Buchstaben und Silben zunehmend
das eigenständige Erlesen neuer Wörter. Geübte Wörter,
Sätze und Texte ordnet er entsprechenden Bildern zu. Till-Philipp
gelingt es immer besser, beim Schreiben nach Vorlage die Linien einzuhalten.
Kunst
Till-Philipp nimmt mit Freude am Kunstunterricht teil.
Er beherrscht die grundlegenden Techniken (Malen, Zeichnen, Farbmischung,
Schneiden, Kleben, Reißen) weitgehend selbständig.
Das themengebundene klein- und großflächige
Malen gelingt ihm zunehmend besser und vielfarbiger. Die in freien Malsituationen
entstandenen Bilder erzählen zumeist für Till-Philipp bedeutsame
Geschichten, die er versprachlichen kann.
Werken
Till-Philipp zeigt Freude am haptischen und handwerklichen
Tun sowie am Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Werkstoffen.
Er bemüht sich, mit der Laubsäge auf einer
vorgegebenen Linie entlang zu sägen, mit dem Bohrer an markierten
Stellen zu bohren, Nägel an vorgegebenen Stellen einzuhämmern
und Werkstücke zu schleifen.
Textiles Gestalten
Till-Philipp hat mit Hilfe Luftmaschen gehäkelt. Er hat weitgehend selbständig Bommeln für einen "Kuschelvogel" hergestellt.
Sport
Till-Philipp nimmt mit Freude am Sportunterricht zweier
Lerngruppen teil. Gemeinsam mit den Mitschülern hat er die Grundübungen
für die Bundesjugendspiele trainiert. Beim Schlagballwurf hat er im
Rahmen seiner Möglichkeiten gute Leistungen erbracht. Bei der Übung
der "Pendelstaffel" hat er sich im Sinne seiner Mannschaft um Schnelligkeit
bemüht.
An den Ball- und Fangspielen der Lerngruppen nimmt er
mit Eifer und zunehmender Regelhaftigkeit teil.
Musik
Till-Philipp, nimmt mit Freude am Musikunterricht teil. Besonderen Spaß bereiten ihm das praktische Musizieren und rhythmische Bewegungsspiele. Er kann die musikalischen Parameter Lautstärke, Tempo, Steigerung in Bewegungsformen umsetzen und auf den Instrumenten hörbar machen. Er kann einfache regelmäßige Rhythmen annähernd gleichmäßig auf Instrumente schlagen. Beim Klassenmusizieren orientiert er sich an seinen Mitschülern und kann dabei musikalische Regeln befolgen. So kann er abwarten bis er an der Reihe ist und den Wechsel zwischen musikalischem Spiel und Pause einhalten.
Hauswirtschaft, Koch-AG
Till-Philipp hat mit Begeisterung an der Koch-AG teilgenommen. Er hat sich insbesondere mit der Zubereitung von Salaten wie dem Zerkleinern der Zutaten beschäftigt. Aber auch bei der Vorbereitung zum Hauptgericht hat er Lebensmittel kleingeschnitten, gerieben oder Zutaten verrührt. Es gelingt ihm, den Tisch ordnungsgemäß zu decken. Beim Abwaschen und Abtrocknen des Geschirrs hilft er gern. Mit guten Tischmanieren nimmt er am gemeinsamen Essen teil. Auch im Rahmen des Frühstücksdienstes und bei den Geburtstagsfeiern in der Klasse kann er den Tisch mit dem passenden Geschirr selbständig decken. Diese Arbeit verrichtet er mit besonderem Einsatz und großer Freude.
Bemerkungen
Till-Philipp hat am Unterricht der lntegrationsklasse
teilgenommen und wurde nach den Rahmenrichtlinien für geistig Behinderte
unterrichtet.
Till-Philipp besucht im Schuljahr 1998/99 die Integrationsklasse
im 5. Jahrgang der Integrierten Gesamtschule Querum.
22.Juli 1998
Unterschrift der Klassenlehrerin