Auf dieser Seite sind die Berichte wiedergegeben, die im Rahmen unseres Antrages auf Weiterführung der Integrationsmaßnahme in einer IGS unter teilweiser Mißachtung der Verfahrensweise geschrieben wurden, die in der Verordnung vom November 1997 festgelegt sind.

 Letzte Bearbeitung: 17.10.1999
Auf Anfrage per e-Mail mit Angabe der vollständigen Anschrift ist eine Namensliste für den Grundschulkonflikt erhältlich!
 
Integrationsbericht der Klassenlehrerin Integrationsbericht der Sonderschulpädagogin Schulbericht Komentierter Integrationsbericht der Sonderschulpädagogin
 Erläuterungen zu den Berichten
 
 



Erläuterungen zu den Berichten

Die Fortführung der integrativen Beschulung mußte entsprechend den Vorschrifte erfolgen. Nach der 'Verordnung zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs' mußte der sonderpädagogische Förderbedarf festgestellt werden. § 2 Ziffer (2) dieser Verordnung schreibt vor, daß die Schule durch eine beauftragte Lehrkraft einen Bericht zu erstellen hat. Dieser Bericht vom Stand November 1997, der die Unterschrift sowohl der Klassenlehrerin als auch der Sonderschulpädagogin trägt, war für die Schulleitung vom Inhalt her nicht tragbar. Es wurde nochmals ein Bericht in Auftrag gegeben, der in seiner Aussage objektiv sein sollte.

Abgeliefert wurden danach zwei Berichte, ein Bericht der Klassenlehrerin mit Datum vom 16.12.1997 und einer von der Sonderschulpädagogin vom Stand Dezember 1997. Meiner Bitte um Aushändigung beider Berichte wurde entsprochen. Der Bericht der Klassenlehrerin war weitestgehend akzeptabel, der Bericht der Sonderschulpädagogin hingegen war tendenziös, enthielt eine Unwahrheit, kriminalisierte unseren Sohn und war teilweise widersprüchlich gegenüber den Zeugnissen. Ich machte mir die Mühe, und kommentierte den Bericht der Sonderschulpädagogin und gab den kommentierten Bericht zur Schule zurück.

Das Ergebnis davon war, daß die Schulleitung die Klassenlehrerin beauftragte, einen Schulbericht zu schreiben. Diese weigerte sich zunächst auch in meinem Beisein, nochmals einen Bericht zu erstellen. Dies mag seine Ursache darin haben, daß ihre Unterschrift unter dem ersten Bericht, der mir erst nach mehr alas einem Jahr zugänglich gemacht wurde, die Überzeugung der Klassenlehrerin dokumentierte und sie nicht von ihrer Überzeugung abweichen wollte. Als der Schulamtsdirektor des ehemaligen Schulaufsichtsamtes Wolfenbüttel seine Hilfe anbot, wurde unter Mitwirkung der Klassenlehrerin von ihm der endgültig Bericht geschrieben, der das Datum vom 18.02.1998 trägt.

Die hellroten Schriftpassagen in der Kommentarfassung des Integrationsberichts der Sonderschulpädagogin sind im Original grau, die dunkelroten Passagen schwarz unterlegt.

Ob nun alle geschriebenen Berichte oder nur der vom 18.02.1998 zur Bewertung herangezogen wurde, kann ich nicht sagen. Der zuständige Regierungsschuldirektor erklärte in einem Ttelefongespräch mir gegenüber die beiden Integationsberichte vom 16.12.1997 und vom Stand Dezember 1997 für nicht geschrieben, denn es sei ein Schulbericht gefordert, der nun erstellt werden wird unter Einhaltung der vorgeschriebenen Verfahrensweise. Danach hätten die Lehrkräfte vor dem Abfassen des Berichtes mit uns ein Gespräch führen müssen, was aber nicht der Fall war. Im Gegenteil, es wurde von jeder Lehrkraft ein Bericht geschrieben. Diese Vorschrift wurde mit dem Bericht vom 18.02.1998 eingehalten.

Aus dem Schriftwechsel mit der Bezirksregierung Braunschweig geht hervor, daß alle geschriebenen Berichte zur Bewertung herangezogen werden. Daraus wird die schwierige Umgangsweise mit der Bezirksregierung ersichtlich, da der Schulregierungsdirektor nicht immer der Meinung seiner Dienststelle war und entsprechend argumentierte. Möglicherweise war es die Absicht der Bezirksregierung, mir keinen klaren Sachverhalt zu vermitteln.

Es gibt keine rechtlichen Bedenken aus Gründen des Datenschutzes, wenn ich auf diesen Seiten die Namen der amtlichen bzw. schulischen Akteure nennen würde, wie mich das Büro des Datenschutzbeauftragten des Landes Niedersachsen telefonisch wissen ließ.
Die Namen und die dahinter stehenden Personen sind nach meiner Auffassung austauschbar, weil diese Personen nicht im persönlich Interesse gehandelt haben, sondern im dienstlichen Auftrag. Daraus läßt sich eine Grundhaltung der entsprechenden Abteilung der Bezirksregierung in Bezug auf die Integration geistig behinderter Kinder in der Grundschule ableiten. Lägen persönliche Interessen vor, hätte die Bezirksregierung anders auf meine Dienstaufsichtsbeschwerde reagieren müssen.

Wie mich die Niedersächsische Staatskanzlei in einem Schreiben vom Oktober 1999 wissen ließ, macht mein Buch, das ich über diese vier Grundschuljahre unseres Sohnes geschrieben habe, "allzu deutlich, daß Sie die Integration von Till-Philipp mit sehr großem Engagement begleiten und unterstützen. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung". Eine solche Würdigung, wenn auch nicht in diesem Ausmaß, war von der Bezirksregierung durch das Einwirken der Sonderschulpädagogin nicht zu erwarten. Daß sich allerdings die Bezirksregierung von der Sonderschulpädagogin so verbiegen ließ, daß sie im Schutz der Behörde Eltern verleumden kann, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden, gewährt nach meiner Meineung einen kleinen Einblick in die Mechanismen dieser Behörde. Es ist zwar möglich, aber nicht einfach, trotz einer solchen verbalen Steinigung gesellschaftlich zu bestehen.

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Grundschule [Ortschaft]
Poststraße 18
PLZ [Gemeinde] – [Ortschaft] Telefon Vorwahl / Anschluß
[Ortschaft], den 16.12.1997

Klassenliehrerin: Frau yyyyy Dienstbezeichnung: Lin für GS u. HS
Sonderschullehrerin: Frau xxxx Dienstbezeichnung: Lin für Sonderschule f. Lernbehinderte

Bezug: Fortsetzung der lntegrationsbeschulung an der IGS Querum, Braunschweig, telefoni-sche Anforderung des Berichts durch die Bezirksregierung Braunschweig

Integrationsbericht
 
 
Personalien:      
Name: Spanier Vorname: Till-Philipp
geb. am: 13.10.1987 Geburtsort: Wolfenbüttel
Lebensalter 10 Jahre Geschlecht:  männlich
Staatsangehörigkeit: Deutsch Religion EV
PLZ:   Wohnort:  
Straße:   Telefon:  
Erziehungsberechtigte:  Hans-Peter u. Christel Spanier    
Schule: GS [Ortschaft] Klasse: 4a    
 

Schullaufbahn:

Beginn der Schulpflicht: 01.08.1994

Einschulung: 1994 in Integrationsklasse der GS [Ortschaft],
                   zieldifferenter Unterricht nach den Rahmenrichtlinien der Schule für Geistigbehinderte

 1. Begründung des Berichtes
j
Die Eltern wünschen die Fortsetzung der lntegrationsbeschulung an der IGS Querum in Braun-schweig. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde die GS [Ortschaft] seitens der Bezirks-regierung Braunschweig zur Erstellung eines Berichts über die bisherige lntegrationsmaßnahme aufgefordert.

2. Rahmenbedingungen der Schule

Till-Philipp wird zieldifferent nach den Richtlinien der Schule für Geistigbehinderte in der Inte-grationsklasse 4a gemeinsam mit einem lernbehinderten Mädchen unterrichtet.
Die Grundschule [Ortschaft] ist eine zweizügige Grundschule mit 184 Schülern. Der 4. Schuljahrgang ist mit der Integrationsklasse dreizügig. Die Integrationsklasse wird seit ihrer Ein-richtung von der Grundschullehrerin Frau yyyyy als Klassenlehrerin mit allen Fächern geführt. In Doppelbesetzung mit 15 Wochenstunden betreut die Klasse sonderpädagogisch die Sonderschul-lehrerin Frau xxxx; während ihrer Mutterschutzzeit mit anschließendem Erziehungsurlaub wur-de diese von der Sonderschullehrerin Frau Rathenow vertreten. Erst ab dem 4. Schuljahr findet Fachunterricht in den Fächern Sport, Textil und Musik ohne die Klassenlehrehn statt.
Die Lernumgebung ist den besonderen Erfordernissen einer lntegrationsbeschulung ange-paßt worden. So steht der Klasse z.B. ein Gruppenraum und zusätzliches Lernmaterial zur Verfü-gung. Durch Wegzug ist die Klasssenfrequenz der Integrationsklasse von anfangs 17 auf inzwi-schen 15 Schüler und Schülerinnen abgesunken. Die Kinder dieser Klasse kommen aus den zwei Wohnorten der beiden behinderten Kinder, Gardessen und [Ortschaft] (wohnortnahe Integrati-on). Ihre Eltern haben sich nach Befragung durch die Grundschule freiwillig für die Beschulung ihrer Kinder in einer Integrationsklasse ausgesprochen und stehen uneingeschränkt hinter dem Konzept dieser lntegrationsbeschulung. Die Integrationsklasse verfügt über die Akzeptanz der gesamten Schule, Schüler, Eltern, Lehrer und des sonstigen Schulpersonals.

3. Bisherige Schullaufbahn

Bedauerlicherweise hat Till-Philipp keinen Kindergarten besucht. Das Bemühen der Eltern, eine Integration bereits im Kindergarten zu erreichen, war ohne Erfolg.
Till-Philipp wurde zum Schuljahr 94/95 gemeinsam mit einem lernbehinderten Mädchen und 15 Grundschülern in die erste Klasse der Grundschule [Ortschaft] eingeschult.

4. Vorstellungen und Wünsche der Erziehungsberechtigten

Die Eltern Spanier wollen für Till-Philipp erreichen, daß er von Anfang an als gleichberechtigtes Mitglied in die Gesellschaft aufgenommen wird, in ihr wächst und in gegenseitiger Akzeptanz verbleibt. Sie sind der Auffassung, dies nur über eine integrative Beschulung mit anschließender beruflichen Ausbildung (ohne üblichen Abschluß) zu erreichen.

5. Bisherige Entwicklung des Schülers

Till-Philipp wird zieldifferent nach den Rahmenrichtlinien der Schule für Geistigbehinderte un-terrichtet. Von der gezielten sonderpädagogischen Betreuung der beiden Kinder mit sonderpäd-agogischem Förderbedarf entfallen auf Till-Philipp ab dem 3. Schuljahr ca. zwei Drittel zur direk-ten Förderung in seinen Lehrgängen bzw. zur Unterstützung seiner Mitarbeit im Klassenverband.
Aufgrund mangelnder vorschulischer Erfahrungen (s. Punkt 3) mußte anfangs vorrangig viel Zeit für den Aufbau seiner Kontakt-, Interaktions- und Kooperationsfähigkeit verwendet werden. Inzwischen ist Till-Philipp ein voll integriertes Mitglied seiner Lerngruppe und hat es gelernt, mit seinen Mitschülern sozial zu agieren (vgl. Punkt 6.2. Sozialverhalten).
Im Laufe seiner Schulzeit ist es Till-Philipp immer mehr gelungen, Gesetze und Regeln ein-zuhalten, wenngleich er auch jetzt manchmal noch Schwierigkeiten mit der Akzeptanz von Ver-boten hat. Das schulische Regelwerk adoptiert er durch Nachahmung seiner Mitschüler; dies zeigt sich u.a. bei schulischen Veranstaltungen, an denen er inzwischen unauffällig teilnimmt.

6. Arbeits- und Sozialverhalten, Lernstand, Lern- und Leistungsverhalten
6.1. Arbeits- und Lernverhalten

Till-Philipp kann bei motivierenden Inhalten und guter Tagesform bis zu 20 Minuten selbständig arbeiten. Dabei ist sein Arbeitstempo schwankend. Manchmal hat Till-Philipp keine Lust zum Lernen. Um dann wieder zur Arbeit motiviert zu werden, benötigt er direkte Anleitung und Be-treuung der jeweiligen Lehrkraft.
Die Stunden, in denen er mit der Klasse von nur einer Lehrkraft betreut wird, nutzt er i.d.R. zum freien Spiel in der eigens für ihn eingerichteten Spielecke oder er bearbeitet kleine Aufgaben nach bekanntem Muster selbständig, fordert dann aber die Zuwendung der einen Lehrkraft. Die anderen Kinder können inzwischen die Lehrkraft in diesen Fällen unterstützen und ihm ange-messen helfen. Till-Philipp hat gelernt, über einen längeren Zeitraum auf dem Sofa in der Lesezo-ne die Fotoalben, die die wichtigen Stationen der lntegrationsklasse zeigen, zu betrachten oder sich mit Bilderbüchern zu beschäftigen.
Bei fächerübergreifenden Inhalten versucht Till-Philipp im Klassenverband mitzuarbeiten, indem er sich an seinen Mitschülern orientiert. Auch sonst lernt er vieles über die Nachahmung der anderen Kinder.
Till-Philipp kann sich im Schulgebäude und im Pausenbereich weitgehend selbständig bewegen und kann kleine Aufträge angemessen ausführen.
Besonders gern erledigt Till-Philipp seine Hausaufgaben; dabei hilft ihm seine Mutter.

6.2. Sozialverhalten

Till-Philipp ist wie auch das lernbehinderte Kind voll in die Klasse integriert. Das soziale Klima der Klasse ist geprägt von gegenseitiger Toleranz, Rücksichtnahme und Hilfe; jedes Kind wird in seiner Individualität mit Stärken und Schwächen akzeptiert. Alle Kinder gehen freundlich und einfühlsam miteinander um. Lernfortschritte und gelungene Aktionen der beiden lernbehinderten Kinder werden mit Anerkennung und sogar mit Stolz von den anderen Kindern der Klasse hono-riert.
Till-Philipp pflegt gute Kontakte zu allen Mitschülern. Er sucht sich für Aktivitäten im Klassenverband Arbeitspartner. Zu einigen Mitschülern hat er eine freundschaftliche Beziehung - auch im Freizeitbereich. Er liebt es, die Kinder zum Lachen zu bringen. Wenn sie traurig sind, trö-stet er sie liebevoll. Er hat durch gezielte Übungen eine Vorstellung von "Vorsicht" und "zärtlich" entwickelt und kann damit seine Kräfte bei Umarmungen zunehmend besser dosieren.
In den Pausen sucht sich Till-Philipp gezielt Spielpartner. Er hat Vorlieben für bestimmte Klassenkameraden und für Kinder der unteren Jahrgangsstufen entwickelt, mit denen er im Sandkasten, mit dem Rollbrett oder auf dem Klettergerüst spielt. Er kann Spielsituationen initiie-ren und verändernd auf sie einwirken. Dabei kommt es manchmal zu Konflikten, wenn er nicht erkennt, daß ein Spiel zu Ende ist oder wenn er die Spielregeln nicht durchschaut (z. B. Unter-scheidung von Spaß und Ernst). Dann kommt es vor, daß er aufgrund seiner körperlichen Überle-genheit jüngeren Kindern weh tut. Die Mitschüler, besonderes aus seiner eigenen Klasse, haben gelernt, mit ihm in solcher Situation umzugehen und sich in passender Form zu wehren. Sie lei-ten auch die anderen Kinder der Schule zu adäquaten Reaktionen an.
Till-Philipp hat ein anhängliches Verhältnis zu den beiden ihn in der Klasse betreuenden Lehrerinnen. Allen anderen Lehrerinnen, auch im Fachunterricht, sonstigem Schulpersonal und Besuchern begegnet er stets freundlich offen. Ein besonderes freundschaftliches Verhältnis hat er zum Schulhausmeister entwickelt.

6.3. Lernvoraussetzungen und Lernstände:
6.3.1. Entwicklungsorientierte Lernbereiche
Grob- und Feinmotorik

Till-Philipp hat seine Bewegungsökonomie und -Geschwindigkeit sowie Zielgerichtetheit soweit entwickelt, daß er an den Ball- und Bewegungsspielen der Grundschüler teilnehmen kann.
Auch bei Bewegungsformen, die den Gleichgewichtssinn beanspruchen, hat er deutliche Fortschritte gemacht. Pedalo fahren und Dosenstelzen laufen beherrscht er mit nur noch wenig Hilfe.
Till-Philipp verfügt über eine differenzierte Handfertigkeit und kann sämtliche im Unter-richt gebräuchlichen Materialien sachgerecht handhaben
Seine Auge-Hand-Koordination ist soweit entwickelt, daß ihm das Anmalen von komple-xen Formen., das gezielte Kleben, das Schneiden auf der Linie, wie auch das Schreiben von Buch-staben und Zahlen ohne Führungslinien immer besser und schneller gelingt.

Wahrnehmung / Denken

Till-Philipp ist in der Lage, Vorhaben und Handlungseinheiten im Rahmen seiner Möglichkeiten zu planen und umzusetzen. Es gelingt ihm, diesbezügliche Ideen anderen gegenüber zu artikulie-ren und durchzusetzen. Er verfügt inzwischen über eine Reihe von Problemlösungsstrategien und kann Handlungsalternativen gezielt wählen. Nicht immer gelingt es ihm, mögliche Konsequen-zen des eigenen oder auch fremden Handelns richtig einzuschätzen.
Till-Philipp kennt Formen und Farben und kann diese differenzieren. Er kann Größen un-terscheiden, Reihenfolgen und einfache Kategorien bilden.

Sprache /_Kommunikation

Till-Philipp erweitert seine Sprachkompetenz in allen Bereichen kontinuierlich. Er kann sich mit Hilfe einfach strukturierter Sätze oder Satzfragmente (i.d.R. Dreiwortsätze) situationsangemes-sen mitteilen, gezielt Hilfe erbitten, Wünsche und Bedürfnisse artikulieren. Immer besser gelingt es ihm, Fragen zu formulieren und entsprechend zu betonen.
Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie Höflichkeitsausdrücke beherrscht er und verwendet sie zumeist situationsadäquat.
Mit Hilfe kann er in ersten Ansätzen in Gesprächskreisen thematisch gebunden erzählen und sich an Gesprächsregeln halten.
Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und Verbote und kann angemessen darauf reagieren. Dabei nutzt er die Fähigkeit, unterschiedliche Stimmodulationen richtig zu deuten.

6.3.2. Handlungsorientierte Lernbereiche
Selbstversorgung

Till-Philipp hat in den lebenspraktischen sowie schulrelevanten Bereichen ein deutlich höheres Maß an Selbständigkeit erlangt als zu Beginn der Schulzeit. Er erledigt die Anforderungen im Hy-gienebereich ohne Aufforderung und weitgehend ohne Hilfe jedoch noch nicht in angemessener Zeit. Für seine Toilettengänge benötigt er noch ungewöhnlich viel Zeit, da er sich leicht verspielt. Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend selbständig. Lediglich beim Zuknöpfen der Ho-se, Binden der Schleife und Schließen von Reißverschlüssen benötigt er noch Hilfe.
Bei Ausflügen und Unterrichtsgängen fügt sich Till-Philipp gut in die Gruppe ein und braucht nicht mehr die unmittelbare Hilfe durch eine Lehrerin. Im Straßenverkehr ist sein Ver-halten noch nicht regelgerecht. Hier benötigt er ständige Beaufsichtigung, weil er noch zu unvor-hersehbaren Reaktionen neigt und dadurch in besonderer Weise gefährdet ist.
Den Schulweg beherrscht er nach mehrfacher Übung mit der Klassenlehrerin noch nicht. Auch kann er den nur wenige hundert Meter langen Weg zum Sportplatz noch nicht ohne Auf-sicht gehen. Er kann nach rechts und links schauen und weiß, daß er die Straße nur dann über-queren darf, wenn kein Auto kommt. Er tut es jedoch oft nur auf nachdrückliche Aufforderung hin.
Innerhalb des Tagesgeschäftes in der Klasse kann Till-Philipp inzwischen alle an ihn gestellten Anforderungen erfüllen: z.B. Frühstückstisch decken, Kakao holen, Müll (getrennt) entsorgen, Tischgewohnheiten einhalten, Arbeitsplatz einrichten, Materialien besorgen, Arbeitsblätter ab-heften, Bücher ausleihen etc., Ordnung schaffen, z.B. Abräumen des Frühstückstisches, Einräu-men des Ranzens, Aufräumen der Spielecke u.ä. gelingt nach gezielter Aufforderung.

Spielen

Mit Freuden nimmt Till-Philipp an Klein- und Großgruppenspielen teil. Er kennt grundlegende Regeln und kann sich daran halten, wenngleich er immer wieder versucht, diese auf seine Be-dürfnisse hin zu verändern.
In Freispielphasen beschäftigt er sich gern mit Handpuppen und Bauklötzen in seiner Spiel-ecke oder er sieht sich Bücher und Fotoalben an. Er malt gerne und erzählt zu seinen Bildern. Er schreibt auch Briefe, indem er die Schrift in kritzelnder Form nachahmt.
Im Einzelspiel in den Pausen sucht er sich oft Dosenstelzen oder ein Springseil aus (Grup-penspiel s. Punkt Sozialverhalten).

6.3.3. Fachorientierte Lernbereiche
Musik / Rhythmik

Till-Philipp zeigt grundsätzlich Interesse und große Freude an musikalischem Tun.
In das Klassenmusizieren wird er integriert. So kann er mit Unterstützung annähernd gleichmäßig auf Rhythmusinstrumente schlagen. Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten gelingt ihm der Wechsel zwischen Spiel und Pause schon recht gut. Da ihm das Spielen auf In-strumenten Spaß macht und er sich dabei an seinen Mitschülern orientieren kann, gelingt ihm das Einhalten musikalischer Regeln zunehmend besser; so hat er u.a. gelernt, abzuwarten bis er an der Reihe ist. Auch versucht er mitzusingen.

Hauswirtschaft
Koch-AG

Till-Philipp nimmt mit Begeisterung an der Koch-AG teil. Es gelingt ihm, mit seinen Mitschülern in einer Arbeitsgruppe produktiv und eifrig mitzuarbeiten. Z.B. kann er gut Zutaten für den Salat zerschneiden. Beim Backen von Weihnachtsgebäck rollte er den Teig aus und stach Plätzchen aus.
Beurteilungen in den Fächern Deutsch, Kunst, Mathematik, Textiles Gestalten, Sport siehe beigefügte Zeugnisse und lntegrationsbericht der Sonderschullehrerin Frau xxxx

7. Bisherige zusätzliche Fördermaßnahmen

Laut Aussage der Eltern nahm Till-Philipp vom März bis August 1993 einmal wöchentlich an einer Sprachtherapie teil, die auf Anraten des Therapeuten im Hinblick auf die im Folgejahr an-stehende Einschulung nicht weitergeführt wurde.
Till-Philipp ist während des 1. Schuljahres im schuleigenen Sprachsonderunterricht (Dis-grammatismus, Dyslalie) zusätzlich gefördert worden.
Seit etwa zwei Jahren sind die Eltern bemüht, Till-Philipp Schwimmunterricht erteilen zu lassen. Ein gezielter Schwimmunterricht wurde vor kurzem vom Schwimmeister noch nicht für ratsam gehalten, da Till-Philipp noch weiterhin wassergewöhnt werden soll.
Nach Aussage der Eltern ist erneut logopädischer Unterricht vorgesehen; sie warten auf freie Termine.

8. Zusammenarbeit Schule - Elternhaus

Vor Beginn der Integration haben beide Lehrerinnen Till-Philipp in seiner häuslichen Umgebung besucht.
Im 1. und 2. Schuljahr fanden im Halbjahresrhythmus Lehrer-Elterngespräche statt.
Da die Mutter ihren Sohn täglich zu Schule bringt und ihn wieder abholt, ergaben und er-geben sich laufend Gespräche mit beiden Lehrerinnen, durch die wichtige Informationen in beide Richtungen ausgetauscht werden. An den zahlreichen Elternabenden und den obligatorischen Elternsprechtagen haben die Eltern Spanier immer teilgenommen.
Der Vater hat sich für die Schule im Rahmen des vom Land geförderten Schulprojektes "Moderne Schule" sehr engagiert, indem er die gesamte Software-Installation an den für allen Klassen angeschafften Computern übernahm und das Kollegium im Rahmen einer SchiLF in de-ren Handhabung einwies. Bei diesem Projekt ergaben sich zahlreiche informelle Kontakte, in de-nen auch Fragen bzgl. der Integration konstruktiv und offen behandelt wurden.

9. Verlauf der Integration

Vor Einrichtung der Integrationsklasse an der GS [Ortschaft] haben die Klassenlehrerin und die Sonderschullehrerin gemeinsam mit der Schulleitung ein pädagogisches Konzept erarbeitet. Die-ses Konzept konnte weitgehend verwirklicht werden.
In den ersten Schulwochen gab es große Probleme, Till-Philipp an den Umgang mit den Schulkindern zu gewöhnen. Der Grund dafür lag darin, daß die Kindergartenzeit, die Till-Philipp nicht gehabt hat, aufgearbeitet werden mußte.
In die Lerninhalte des ersten und zweiten Schuljahres konnten beide behinderten Kinder mit den Aufgaben, die ihren Richtlinien entsprachen, gut integriert werden; dabei war die auf die lntegrationsklasse abgestimmte Unterrichtsform (Freiarbeit, offener Unterricht) hilfreich.
Im dritten und jetzt im vierten Schuljahr wird die Integration besonders in den lehrgangs-abhängigen Fächern immer schwieriger, weil die nichtbehinderten Kinder leistungsbezogener auf die Ohentierungsstufe vorbereitet werden. In den Lehrgängen ist somit eine individuelle Betreu-ung der behinderten Kinder notwendig.
Da die Schülerzahl in der Klasse gering ist, kann die Sonderschullehrerin meistens mit bei-den behinderten Kindern im Klassenraum gemeinsam arbeiten. Das sind alle Schüler gewohnt und lassen sich gegenseitig nicht stören oder ablenken. So geschieht es schon, daß sich plötzlich ungeplant gemeinsames Lernen ergibt. Bei Klassenarbeiten kann in den Gruppenraum ausgewi-chen werden. Problematisch ist Vertretungsunterricht, da die Vorbereitung auf den Unterricht nach drei unterschiedlichen Richtlinien erfolgen muß und festgelegten Rituale, die den Unter-richtstag der Klasse bestimmen, eingehalten werden sollten. Es ist nicht einfach für eine Vertre-tungskraft, ein Mitglied des eingearbeiteten Lehrerteams zu ersetzen.

Empfehlung für weitere Integration

Nach den Erfahrungen mit der Arbeit in einer Integrationsklasse ist zu empfehlen:
- ein Lehrerkollegium, das dem Integrationsgedanken positiv gegenübersteht und die Integrati-onsklasse mitträgt,
- geringe Schülerzahl,
- Einverständnis der Eltern für die Beschulung ihrer Kinder in der lntegrationsklasse,
- gründliche Information aller Schüler der Schule zum Umgang mit Behinderten, '
- intensive Elternarbeit (Elternabende, Elternbriefe, Einbeziehung der Eltern in die unterrichtli-che Arbeit),
- ein Klassenraum, der den besonderen Erfordernissen der Behinderten entspricht (z.B. gesicher-te Steckdosen sowie verschließbarer Schrank zum Aufbewahren von Farben, Farblöser, Streichhölzern usw.),
- ein großer Gruppenraum für gesonderten Unterricht, auch als Frühstücksraum geeignet,
- Mitarbeit einer Logopädin, Erzieherin und Musikpädagogin,
- Sportunterricht mit einem für Sonderturnen ausgebildeten Lehrer.
Anlagen
Zeugnisse des 3. Schuljahres
Integrationsbericht der Sonderschullehrerin Frau xxxx

(Grundschullehrerin) (Schulleiterin)
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Integrationsbericht
aus sonderpädagogischer Sicht
für Till-Philipp Spanier
Stand: Dezember 1997

Till-Philipp wurde zum Schuljahr 94/95 gemeinsam mit einem lernbehinderten Mädchen und 15 Grundschülern in die erste Klasse der Grundschule [Ortschaft] eingeschult. Er wird seitdem inte-grativ beschult und wird nach den Rahmenrichtlinien der Schule für geistig Behinderte unterrich-tet.
Die Klasse wird von der Grundschullehrerin Frau yyyyy geführt und mit 15 Wochenstun-den in Doppelbesetzung von der Sonderschullehrerin Frau xxxx betreut. Von den i.d.R. 3 Stun-den sonderpädagogischer Betreuung täglich benötigt Till-Philipp ca. zwei Drittel zur direkten Förderung in seinen Lehrgängen bzw. zur Unterstützung seiner Mitarbeit im Klassenverband. Die anfänglich häufiger mögliche inhaltsgleiche Integration in den Unterricht der Lerngruppe (z.B. bei der Einführung der Buchstaben und Zahlen in Lernstationen) ist infolge der immer un-terschiedlicheren Lernstände der Kinder zunehmend seltener realisierbar. Es ist jedoch möglich durch zeitliche Parallelisierung der Lehrgänge eine räumliche Integration zumeist über den ge-samten Schultag zu gewährleisten. Auf diese Weise können spontane, sich aus dem Unterricht ergebende Gelegenheiten, Till-Philipp nach seinen Möglichkeiten in den Unterricht der Grund-schüler zu integrieren, ausgeschöpft werden. Grundschüler können immer wieder als Helfer ein-bezogen und zu gemeinsamem Arbeiten mit Till-Philipp motiviert werden.
Das für die Integration Till-Philipps grundlegende Modell-Lernen - Till-Philipp lernt am Modell resp. durch Nachahmung der Grundschüler allgemeine Verhaltensweisen bzw. die Grund-schüler lernen durch das Modell der Lehrerinnen den Umgang mit Till-Philipp - findet durch die räumliche Gemeinsamkeit seine Verwirklichung. Überdies hat das dazu geführt, daß anfängliche Ängste der Kinder der Lerngruppe abgebaut, Akzeptanz für die Individualität, die besonderen Be-dürfnisse des geistig behinderten Jungen aufgebaut und die Kinder der Lerngruppe zu kompeten-ten Helfern wurden. Die nichtbehinderten Kinder haben z.T. erstaunliche Fähigkeiten entwik-kelt, Till-Philipp nach seinen Möglichkeiten in Arbeitsprozesse einzugliedern bzw. in seinen Be-langen zu fördern.
Die Kinder der Lerngruppe haben sich in der ersten Zeit der gemeinsamen Beschulung in-tensiv um Kontakte im Freizeitbereich bemüht, Till-Philipp besucht, zum Spielen und zu Ge-burtstagsfeiern eingeladen. Die Eltemschaft hat dieses nach meinem Eindruck unterstützt. Der Umfang der außerschulischen Kontakte zum aktuellen Zeitpunkt ist mir nicht bekannt.
Till-Philipp hat in allen Bereichen eine deutliche und positive Entwicklung vollzogen und von der Integration in der GS [Ortschaft] profitiert.

Sozial- und Verhaltensaspekte

Till-Philipp kann bei motivierenden Inhalten und guter Tagesform bis zu 20 Minuten selbständig arbeiten. Mitunter bedarf er jedoch über einen ganzen Schultag hinweg der direkten Aufmerk-samkeit einer Lehrerin, da seine Arbeits- und Lernbereitschaft sowie sein Arbeitstempo in Abhän-gigkeit von der jeweiligen Tagesform stehen und entsprechend schwankend sind. Die im ersten Schulbesuchsjahr häufigen Leistungsverweigerungen Till-Philipps sind selten geworden und las-sen sich zumeist durch ein Angebot von Alternativen oder Belohnungen auflösen.
Ein Problem stellte und stellt für Till-Philipp noch immer die Einhaltung gesetzter Regeln und die Akzeptanz von Verboten dar. Von daher muß ein hoher Aufmerksamkeits- und Betreu-ungsumfang gewährleistet sein.
Die Stunden, in denen er mit der Klasse von nur einer Lehrkraft betreut wird, nutzt er i. d. R. zum freien Spiel in der eigens für ihn eingerichteten Spielecke oder er bearbeitet (max. 20 Mi-nuten) kleine Aufgaben nach bekanntem Muster selbständig, fordert jedoch beständig die Auf-merksamkeit und Zuwendung der einen Lehrkraft. Wird ihm diese nicht gegeben, ist er i.d.R. nicht mehr zu effektiver Arbeit zu bewegen.
Till-Philipp hat mitunter noch Schwierigkeiten mit der Akzeptanz von Eigentum anderer. Insbesondere wenn er sich unbeobachtet fühlt, neigt er dazu, Arbeitsmaterialien, Spielzeug oder auch Kleidungsstücke, die ihn interessieren, an sich zu nehmen (sein eigener Ausdruck -. zu „mopsen“). Das hat insbesondere in der ersten Zeit der gemeinsamen Beschulung zu Ängsten und Aggressionen bei den Nichtbehinderten geführt. Inzwischen können die Kinder angemessen und gelassen reagieren. Manchmal ist er auch in der Lage, unaufgefordert darum zu bitten, einen Ge-genstand nehmen (angebahnter Ausdruck: „ausleihen“) zu dürfen. 1.d.R. wird er von Kindern wie Lehrerinnen dafür gelobt und sein Wunsch wird erfüllt. Andererseits ist zu beobachten, daß er z.B. im Pausenbereich Kindern Gegenstände gegen ihren Willen wegnimmt.
Die Lernumgebung ist im wesentlichen den besonderen Erfordernissen angepaßt worden. So mußten z.B. die Seifenspender ungefüllt bleiben, weil Till-Philipp sie sonst entleerte, die Steckdosen mußten mit Kindersicherungen versehen werden, weil Till-Philipp sich mehrfach an ihnen zu schaffen machte (um sie zu reparieren), Farben müssen unter Verschluß gehalten wer-den, weil Till-Philipp mit ihnen die Wände der Klasse verzierte u.v.m..
Till-Philipp kann sich im Schulgebäude und im Pausenbereich weitgehend selbständig bewegen und kann kleine Aufträge angemessen ausführen. Angesichts seiner mitunter nicht vorhersehba-ren Reaktionen ist ein enges Kontrollsystem jedoch unerläßlich.
In den Pausen sowie im Unterricht sucht Till-Philipp sich gezielt Spiel- und Arbeitspartner. Dabei hat er Vorlieben für bestimmte Klassenkameraden und im Pausenbereich für Kinder der unteren Jahrgangsstufen entwickelt. Er kann Spielsituationen initiieren und verändernd auf sie einwirken. Mitunter führt seine mangelnde Fähigkeit, Spielsituationen zu durchschauen (z.B. Unterscheidung von spaßhaftem Toben und verletzendem Kämpfen) im Zusammenhang mit seinem gelegentlichen Kräfteüberschuß zu Konflikten mit Mitschülern.

Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

Die Eltern Till-Philipps zeigen sich sehr interessiert an der schulischen Entwicklung ihres Sohnes. Sie sind jederzeit bereit zu Gesprächen mit den Lehrerinnen und leisten gern jede erbetene Unterstützung zur Verwirklichung von Unterrichtsvorhaben.
Es ist anzumerken, daß die den Eltern seit der 2. Klasse empfohlenen und aus sonderpädagogischer Sicht notwendigen außerschulischen Fördermaßnahmen (psychomotorische, ergotherapeutische und lo-gopädische Förderung) nach meiner Kenntnis noch nicht erfolgt sind.

Lernvoraussetzungen und Lernstände
Selbstversorgung

Till-Philipp hat in den lebenspraktischen sowie schulrelevanten Bereichen ein deutlich höheres Maß an Selbständigkeit erlangt als zu Beginn der Schulzeit. Er erledigtt die Anforderungen im Hygienebereich ohne Aufforderung und weitgehend ohne Hilfe jedoch noch nicht in angemessener Zeit ( ca. 15 bis 25 Minuten pro Toilettengang). Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend selbständig. Lediglich beim Zuknöpfen der Hose, Binden der Schleife und Schließen von Reißverschlüssen benötigt er noch Hilfe.
Bei Ausflügen und Unterrichtsgängen fügt sich Till-Philipp gut in die Gruppe ein und braucht nicht mehr ständig die unmittelbare Hilfe durch eine Lehrerin.
Im Straßenverkehr ist sein Verhalten noch nicht regelgerecht. Er beherrscht auch nach ex-pliziter Übung mit einer Lehrerin über ein Schulhalbjahr nicht den Schulweg durch das Dorf so-wie den nur wenige hundert Meter langen Weg zum Sportplatz. Er kann nach rechts und links schauen und weiß, daß er die Straße nur dann überqueren darf, wenn kein Auto kommt. Er kann es jedoch nur auf nachdrückliche Aufforderung hin.
Innerhalb des Tagesgeschäftes in der Klasse kann Till-Philipp inzwischen alle an ihn gestell-ten Anforderungen erfüllen: z.B. Frühstückstisch decken, Kakao holen, Müll (getrennt) entsor-gen, Tischgewohnheiten einhalten, Arbeitsplatz einrichten, Materialien besorgen, Arbeitsblätter abheften, Bücher ausleihen etc.. Ordnung schaffen, z.B. Abräumen des Frühstückstisches, Ein-räumen des Ranzens, Aufräumen der Spielecke u.ä. gelingt zumeist nur nach mehrfacher Auffor-derung und mit Hilfe.

Spielen

Mit Freuden nimmt Till-Philipp an Klein- und Großgruppenspielen teil. Er kennt grundlegende Regeln und kann sich daran halten, wenngleich er immer wieder versucht, diese auf seine Be-dürfnisse hin zu verändern.
In Freispielphasen beschäftigt er sich gern mit Handpuppen und Bauklötzen in seiner Spiel-ecke oder er sieht sich Bücher und Fotoalben an.
In den Pausen sucht er sich oft Dosenstelzen oder ein Springseil aus.
Wenn er mit anderen, meist jüngeren Schülern im Sandkasten oder auf dem Klettergerüst spielt, entstehen mitunter dadurch Konflikte, daß Till-Philipp Spielregeln nicht durchschaut bzw. für sich akzeptiert, daß er in der Freude am Spiel seine Kräfte nicht zu dosieren vermag, oder daß er die Belange der anderen Kinder (z.B. ein Spiel zu beenden) nicht wahrnimmt.

Soziale Beziehungen

Till-Philipp geht auf Kinder der Lerngruppe und der Schule offen zu, nimmt Kontakt auf und for-dert zu konkreten Spielsituationen auf Er liebt es, die Kinder zum Lachen zu bringen und durch von ihm als solche empfundene „Späßchen“ im Mittelpunkt zu stehen. Till-Philipp zeigt eine gute Empathiefähigkeit. Weinende Kinder vermag er liebevoll zu trösten.
Zu den beiden Lehrerinnen der Klasse hat er einen intensiven Kontakt, der sich im vertrau-ten Umgang miteinander sowie der Herstellung körperlicher Nähe durch Till-Philipp ausdrückt. Er nimmt auch zu anderen Lehrerinnen der Schule und zum Hausmeister Körperkontakt auf, wenn er getröstet werden möchte.
Seine Eigenart, Nähe zu den Kindern durch z.T. zu starke Umarmungen herzustellen, hat Till-Philipp weitgehend abgebaut. Nur noch selten muß diesbezüglich eine Lehrerin eingreifen und ein Kind aus seiner (liebevoll gemeinten!) Umklammerung befreien. Er hat durch gezielte Übungen eine Vorstellung von „Vorsicht“ und „zärtlich“ entwickelt.

Sprache / Kommunikation

Till-Philipp erweitert seine Sprachkompetenz in allen Bereichen kontinuierlich. Er kann sich mit Hilfe einfach strukturierter Sätze oder Satzfragmente (i.d.R. Dreiwortsätze) situationsange-messen mitteilen, gezielt Hilfe erbitten, Wünsche und Bedürfnisse artikulieren. Immer besser ge-lingt es ihm, Fragen zu formulieren und entsprechend zu betonen.
Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie Höflichkeitsausdrücke beherrscht er und verwendet sie zumeist situationsadäquat.
Mit Hilfe kann er in ersten Ansätzen in Gesprächskreisen thematisch Gebunden erzählen und sich an Gesprächsregeln halten.
Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und Verbote und kann angemessen darauf reagie-ren. Dabei nutzt er die Fähigkeit, unterschiedliche Stimmodulationen richtig zu deuten.

Wahrnehmung / Denken

Till-Philipp ist in der Lage, Vorhaben und Handlungseinheiten im Rahmen seiner Möglichkeiten zu planen und umzusetzen. Es gelingt ihm diesbezügliche Ideen anderen gegenüber zu artikulie-ren und durchzusetzen. Er verfügt inzwischen über eine Reihe von Problemlösungsstrategien und kann Handlungsalternativen gezielt wählen. Nicht immer gelingt es ihm, mögliche Konsequen-zen des eigenen oder auch fremden Handelns richtig einzuschätzen.
Till-Philipp kennt Formen und Farben und kann diese differenzieren. Er kann Größen un-terscheiden, Reihenfolgen und einfache Kategorien bilden.

Grob- und Feinmotorik

Till-Philipp hat seine Bewegungsökonomie und -geschwindigkeit sowie Zielgerichtetheit soweit entwickelt, daß er an den Ball- und Bewegungsspielen der Grundschüler teilnehmen kann.
In den Bereichen des vestibulären Systems hat er deutliche Fortschritte gemacht. Pedalo fahren und Dosenstelzen laufen beherrscht er mit nur noch wenig Hilfe. Im Bereich des proprio-zeptiven Systems zeigt er noch immer Defizite. Kleine Höhenunterschiede überwindet er auf allen Vieren und das Springen aus geringer Höhe beherrscht er mit Hilfe.
Till-Philipp verfügt über eine differenzierte Handfertigkeit und kann sämtliche im Unter-richt gebräuchlichen Materialien sachgerecht handhaben.
Seine Auge-Hand-Koordination ist soweit entwickelt, daß ihn das Anmalen von komplexen Formen, das gezielte Kleben, das Schneiden auf der Linie, wie auch das Schreiben von Buchstaben und Zahlen ohne Führungslinien immer besser gelingen.

Mathematik

Till-Philipp kann Mengen nach qualitativen und quantitativen Eigenschaften vergleichen und unterscheiden. Im Zahlenraum bis 10 kann er Mengen zuordnen sowie Größer-Kleinerbeziehungen angeben und notieren.
Die Zahlen im ZR bis 12 benennt, liest und schreibt er sicher, im ZR bis 20 noch nicht im-mer richtig.
Mit Hilfe und in handlungsorientierten Zusammenhängen gelingt ihm die Zahlzerlegung im ZR bis 6.
Mengen mit Vorstellungshilfen (Würfelbilder) kann er simultan aufnehmen.

Lesen/Schreiben

Till-Philipp kennt ca. 30 im Rahmen seines Leselehrgangs behandelte Ganzwörter. Die meisten hat er ganzheitlich gespeichert und kann sie erlesen. Den diesen Wörtern zugrunde liegenden Buchstabenbestand beherrscht er, kann diesen erlesen, formgetreu aus dem Gedächtnis verschrif-ten und verfügt über die zugehörigen Sprechbewegungsbilder.
Die im Lehrgang aktuell behandelten Wörter kann er nach Vorlage und zum großen Teil nach Diktat verschriften. Die Synthese der Wörter aus bekannten Buchstaben gelingt ihm nur mit Hilfe.
Buchstaben, Wörter und Sätze kann er formgetreu nachspuren und nach Vorlage schreiben. Till-Philipp kann auf der Basis des geübten Wortbestandes Sätze und kleine Texte erlesen und sicher entsprechenden Bildern zuordnen.

Musische Fächer

An den rnusischen Fächem zeigt Till-Philipp besonderes Interesse.
Freude zeigt er am Spiel mit Rhythmus- und Musikinstrumenten, das er mit Hilfe und re-duzierten Anforderungen im Klassenverband praktiziert. Mit der Klasse eingeübte Lieder versucht er mitzusingen.
Grundlegende künstlerische Techniken wie An- und Abmalen, Zeichnen, Farbmischung, Schneiden, Kleben, Reißen, Plastizieren etc. kennt und beherrscht Till-Philipp z.T. gut. So kann er im Rahmen seiner Möglichkeiten und mit Hilfen am Kunst- und Werkunterricht der Klasse teil-nehmen.
Am Textilunterricht nimmt er mit reduzierten Anforderungen teil.
Sport
Mit besonderer Freude nimmt Till-Philipp am Sportunterricht teil. Er ist zunehmend besser in der Lage an den Übungen und Spielen der Mitschüler teilzunehmen, da er die Handhabung von Sportgeräten wie Ball, Seil, Rollbrett, Pedalo etc. gelernt hat und Regeln ( wie z.B. Anstellen in einer Riege) einhalten kann.

Zusammenfassung- und Ausblick

Till-Philipp hat sich in der Lerngruppe zu einem integrierten Mitglied entwickelt und zeigt in allen schulrelevanten Bereichen gute Fortschritte. Er hat von den Mitschülern lernen können und diese haben durch ihn gelernt.
Es ist jedoch hervorzuheben, daß die beschriebenen Erfolge in engem Zusammenhang ste-hen mit der Größe der Lerngruppe (anfangs17 derzeit 15 Schüler) die das permanente gemeinsa-me Lernen der behinderten und nichtbehinderten Kinder in einem Raum und die intensive Förde-rung der sozialen Integration ermöglicht.
Von besonderer Bedeutung erscheint auch der Umfang der Doppelbesetzung von Grund-schullehrerin und Sonderschullehrerin mit 15 Wochenstunden. Eine tatsächliche Förderung Till-Philipps ist nur in den Stunden möglich, in denen sich eine Lehrkraft intensiv und möglichst aus-schließlich um den Jungen kümmern kann. In den Stunden, in denen eine einzelne Lehrerin alle Kinder betreut, ist Till-Philipps Lernen sporadisch und wenig effektiv.
Förderlich für die Integration Till-Philipps ist die Überschaubarkeit der Schule und die Be-reitschaft aller hier arbeitenden Personen (einschließlich Hausmeister und Sekretärin) sich auf die besonderen Bedürfnisse eines geistig behinderten Kindes einzulassen und das Lernumfeld darauf-hin zu verändern.. In diesem Zusammenhang sei verwiesen auf das enge Betreuungs- bzw. Kon-trollsystem, dessen Till-Philipp bedarf um ihn vor für ihn reicht einschätzbaren Folgen seines Handelns und seiner mitunter unvorhersehbaren Reaktionen zu bewahren.
Um eine Kontinuität der Lernfortschritte in den fachbezogenen Lernbereichen zu gewähr-leisten, erscheint eine möglichst umfassende sonderpädagogische Betreuung dringend ratsam.

Braunschweig, den 17.12.1997
Unterschrift Sonderschulpädagogin
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Grundschule [Ortschaft]
Poststraße 18
38162 [Gemeinde] – [Ortschaft] Telefon 05306 / 2364
[Ortschaft], den 18.02.1998
 

Klassenlehrerin: Frau yyyyy Dienstbezeichnung: Lin für GS u. HS

Bezug: Klassenkonferenz vom 16. Februar 1998
 

Bericht
zum Antrag auf Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs
 
Personalien:      
Name: Spanier Vorname: Till-Philipp
geb. am: 13.10.1987 Geburtsort: Wolfenbüttel
Lebensalter 10 Jahre Geschlecht:  männlich
Staatsangehörigkeit: Deutsch Religion EV
PLZ:   Wohnort:  
Straße:   Telefon:  
Erziehungsberechtigte:  Hans-Peter u. Christel Spanier    
Schule: GS [Ortschaft] Klasse: 4a    
 

Schullaufbahn:

Beginn der Schulpflicht: 01.08.1994
 

Einschulung: 1994 in lntegrationsklasse der GS [Ortschaft], zieldifferenter Unterricht nach den Rah-menrichtlinien der Schule für Geistigbehinderte
 
 
 
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Schule:
GS
GS
GS
GS
 
 
 
 
 
 
Schulj.:
94/95
95/96
96/97
97/98
 
 
 
 
 
 
Klasse:
1a
2a
3a
4a
           
 
 
 
 

1. Begründung des Berichtes

Die Eltern wünschen die Fortsetzung der Integrationsbeschulung.

2. Rahmenbedingungen der Schule

Till-Philipp wird zieldifferent nach den Richtlinien der Schule für Geistigbehinderte in der Integrations-klasse 4a gemeinsam mit einem lernbehinderten Mädchen unterrichtet.
Die Grundschule [Ortschaft] ist eine zweizügige Grundschule mit 184 Schülern. Der 4. Schuljahrgang ist mit der Integrationsklasse dreizügig. Die Integrationsklasse wird seit ihrer Einrichtung von der Grund-schullehrerin Frau yyyyy als Klassenlehrerin mit allen Fächern geführt. Für die sonderpädagogische indivi-duelle Förderung der beiden behinderten Schüler stehen für den Konzeptrahmen - Teamarbeit / Doppelbe-setzung, gemeinsame Unterrichtung und Betreuung - 15 Wochenstunden durch die Sonderschullehrerin Frau xxxx zur Verfügung. Während ihrer Mutterschutzzeit mit anschließendem Erziehungsurlaub wurde sie von der Sonderschullehrerin Frau Rathenow vertreten. Ab dem 4. Schuljahr findet Fachunterricht in den Fächern Sport, Textil und Musik mit wechselnden Lehrkräften und teilweiser Betreuung durch die Sonderpädagogin statt.
Die Lernumgebung ist den besonderen Erfordernissen einer Integrationsbeschulung angepaßt worden. So steht der Klasse z.B. ein Gruppenraum und zusätzliches Lernmaterial zur Verfügung. Durch Wegzug ist die Klasssenfrequenz der Integrationsklasse von anfangs 17 auf inzwischen 15 Schüler und Schülerinnen abgesunken. Die Kinder dieser Klasse kommen aus den zwei Wohnorten der beiden behinderten Kinder, Gardessen und [Ortschaft] (wohnortnahe Integration). Ihre Eltern haben sich nach Befragung durch die Grundschule freiwillig für die Beschulung ihrer Kinder in einer lntegrationsklasse ausgesprochen und ste-hen uneingeschränkt hinter dem Konzept dieser Integrationsbeschulung. Die lntegrationsklasse verfügt über die Akzeptanz der gesamten Schule, der Schüler, Eltern, Lehrer und des sonstigen Schulpersonals.

3. Bisherige Schullaufbahn

Till-Philipp hat vor der Schule keinen Kindergarten besucht. Das Bemühen der Eltern, eine Integration be-reits im Kindergarten zu erreichen, war erfolglos.
Till-Philipp wurde zum Schuljahr 94/95 gemeinsam mit einem lernbehinderten Mädchen und 15 Grund-schülern in die erste Klasse der Grundschule [Ortschaft] eingeschult.
Seitdem ist er mit seinen Mitschülern durch die Grundschule gelaufen, unterrichtet nach den Rahmen-richtlinien der Schule für Geistigbehinderte, Unterstufe, jetzt zunehmend Mittelstufe.

4. Vorstellungen und Wünsche der Erziehungsberechtigten

Die Eltern wollten und wollen in letzter Darstellung vom 13.02.1998:

„Mit einer zieldifferenten Integrationsbeschulung für Till-Philipp in einer Integrierten Gesamtschule er-fährt der mit Schuljahr 1994195 begonnene Weg seine konsequente Fortführung. Wir haben erkannt, daß damit ein Abweisen unseres behinderten Sohnes als Mitglied der Gesellschaft am geeignetsten begegnet werden kann. Mit der bisherigen erfolgreich verlaufenen Integration in der Grundschule [Ortschaft] findet dies seine Bestätigung.
Unser Ziel für Till-Philipp ist ein für ihn eigenständiges Leben im Rahmen seiner Möglichkeiten, die durch den Schulbesuch und Umgang mit nichtbehinderten Kindern beständig erweitert werden. Wir wissen, daß er auch den Umgang mit seinesgleichen braucht. Daß er auch als Erwachsener einer Betreuung bedarf, ist uns bekannt und wird zu gegebener Zeit berücksichtigt werden. Vorrangig geht es uns aber um seine Fähigkeit, als geistig Behinderter in unserer Gesellschaft ohne Schwierigkeit bestehen zu können. Das geht nicht ohne Bildung und Einsicht auf beiden Seiten. Somit ist Integration auch ein Angebot an die Gesell-schaft, jene mit aufzunehmen und ihnen ihren Wert anzuerkennen, die besser auszustatten die Natur ver-säumt hat. Wir möchten dazu einen Beitrag leisten und verstehen uns deshalb auch als Wegbereiter in ei-ne menschlichere Gesellschaft. Die Zeichen der Zeit, wie z.B. die Bioethik-Konvention des Europarates, sind uns da Mahnung genug.
Wir erhoffen uns für Till-Philipp einen Bildungsstand, der ihn befähigen wird, eine Berufsausbildung zu durchlaufen. Dabei denken wir nicht unbedingt an eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung, aber doch an eine Befähigung, durch seiner Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt eigenständig zu verdienen.“

5. Bisherige Entwicklung des Schülers

Till-Philipp wird zieldifferent nach den Rahmenrichtlinien der Schule für Geistigbehinderte unterrichtet. Von der gezielten sonderpädagogischen Betreuung der beiden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbe-darf entfallen auf Till-Philipp ab dem 3. Schuljahr ca. zwei Drittel zur direkten Förderung von entwick-lungsorientierten Lernvoraussetzungen, in individuell strukturierter Lehrgangsarbeit und in erziehlich pädagogischen Raum zur Unterstützung seiner Mitarbeit im Klassenverband. Seine vorschulische familiä-re Sozialisation verpflichtete Schule zur anfänglichen Schwerpunktbildung: Aufbau seiner Kontakt- , In-teraktions- und Kooperationsfähigkeit. Till-Philipp wurde ein vollintegriertes Mitglied seiner Lerngruppe, und er hat es gelernt, mit seinen Mitschülern sozial zu agieren.
(Vergleiche: Punkt 6. 2. Sozialverhaiten ).

Im Laufe seiner Schulzeit ist es Till-Philipp immer besser gelungen, Gesetze und Pegeln einzuhalten. Er benötigte bei auftretenden Schwierigkeiten Regelungsstützen. Das schulische Regelwerk adaptiert er durch Nachahmung seiner Mitschüler, dies zeigt sich u.a. bei schulischen Veranstaltungen, an denen er inzwischen konzentriert teilnimmt

6. Lernvoraussetzungen, Arbeits- und Sozialverhalten, Lernstand, Lern- und Leistungs-verhalten
6.1. Arbeits- und Lernverhalten

Till-Philipp kann mit motivierenden Inhalten bei guter Anstrengungsbereitschaft 20 Minuten selbständig arbeiten. Sein Arbeitstempo schwankt je nach Impulsqualität der Inhalte, innerer Bereitschaft und echter Begleitung.
Die Stunden, in denen er mit der Klasse von nur einer Lehrkraft betreut wird, nutzt er i.d.R. zum freien Spiel in der eigens für ihn eingerichteten Spielecke oder er bearbeitet kleine Aufgaben nach bekanntem Muster selbständig, möchte sich dabei begleitet fühlen durch die Lehrkraft. Die anderen Kinder unterstüt-zen die Lehrkraft und helfen ihm angemessen. Till-Philipp hat gelernt, über einen längeren Zeitraum in der Lesezone die Fotoalben, die die wichtigen Stationen der lntegrationsklasse zeigen, zu betrachten oder sich mit Bilderbüchern zu beschäftigen.

Bei fächerübergreifenden Inhalten versucht Till-Philipp im Klassenverband mitzuarbeiten, indem er sich an seinen Mitschülern orientiert. Auch sonst lernt er vieles über die Nachahmung der anderen Kinder.
Till-Philipp kann sich im Schulgebäude und im Pausenbereich weitgehend selbständig. bewegen und kann kleine Aufträge angemessen ausfahren.

Besonders gern erledigt Till-Philipp überschaubare Hausaufgaben; dabei läßt er sich gern von seiner Mut-ter helfen.

6.2. Sozialverhalten

Till-Philipp ist wie auch das lernbehinderte Kind voll in die Klasse integriert. Das soziale Klima der Klasse ist geprägt von gegenseitiger Toleranz, Rücksichtnahme und Hilfe; jedes Kind wird in seiner Individualität mit Stärken und Schwächen akzeptiert. Alle Kinder gehen freundlich und einfühlsam miteinander um. Lernfortschritte und gelungene Aktionen der beiden behinderten Kinder werden mit Anerkennung und sogar mit Stolz von den anderen Kindern der Klasse honoriert.

Till-Philipp pflegt gute Kontakte zu allen Mitschülern. Er sucht sich für Aktivitäten im Klassenverband Arbeitspartner. Zu einigen Mitschülern hat er eine freundschaftliche Beziehung - auch im Freizeitbereich. Er liebt es, die Kinder zum Lachen zu bringen. Wenn sie traurig sind, tröstet er sie liebevoll. Er hat durch gezielte Übungen eine Vorstellung von „Vorsicht“ und „zärtlich“ entwickelt und kann in seinen Kräften bei Umarmungen und Tröstungen zu dosierten Ausformungen finden.

In den Pausen sucht sich Till-Philipp gezielt Spielpartner. Er hat Vorlieben für bestimmte Klassenkamera-den und für Kinder der unteren Jahrgangsstufen entwickelt, mit denen er im Sandkasten, mit dem Roll-brett oder auf dem Klettergerüst spielt. Er kann Spielsituationen initiieren und verändernd auf sie einwir-ken. Dabei kommt es manchmal zu Konflikten, wenn er nicht erkennt, daß ein Spiel zu Ende ist oder wenn er die Spielregeln nicht durchschaut (z.B. Unterscheidung von Spaß und Ernst). Beweint ein Kind seine Konfliktlösungsformen, tut es ihm leid, und er entschuldigt sich. Die Mitschüler der Klasse haben es gelernt, in solchen Situationen in adäquater Weise mit ihm umzugehen und leiten auch die anderen Kin-der der Schule zu angemessenen Reaktionen an.
Till-Philipp hat ein anhängliches Verhältnis zu den beiden ihn in der Klasse betreuenden Lehrerinnen. Al-len anderen Lehrerinnen, auch im Fachunterricht, sonstigem Schulpersonal und Besuchern begegnet er stets freundlich offen. Ein besonderes, freundschaftliches Verhältnis hat er zum Schulhausmeister entwik-kelt.

6.3. Lernvoraussetzungen und Lernstände:
6.3.1. Entwicklungsorientierte Lernbereiche
Grob- und Feinmotorik

Till-Philipp hat seine Bewegungsökonomie und -geschwindigkeit sowie Zielgerichtetheit soweit entwik-kelt, daß er an den Ball- und Bewegungsspielen der Grundschüler teilnehmen kann.
Auch bei Bewegungsformen, die den Gleichgewichtssinn beanspruchen, hat er deutliche Fortschritte ge-macht. Pedalo fahren und Dosenstelzen Laufen gehören zu motorischen Lieblingsbeschäftigungen, die er in der Regel fast ohne Hilfe bewältigt.

Till-Philipp verfügt über eine differenzierte Handfertigkeit und kann sämtliche im Unterricht gebräuchli-chen Materialien sachgerecht handhaben .
Seine Auge-Hand-Koordination ist soweit entwickelt, daß ihm das Anmalen von komplexen Formen, das gezielte Kleben, das Schneiden auf der Linie, wie auch das Schreiben von Buchstaben und Zahlen ohne Führungslinien immer besser und schneller gelingen.

Wahrnehmung / Denken

Till-Philipp ist in der Lage, Vorhaben und Handlungseinheiten aus dem Lernzielkonzept „Unterstufenar-beit mit einem geistigbehinderten Schüler“ zu planen und umzusetzen. Es gelingt ihm, eigene Ideen ande-ren gegenüber zu artikulieren und durchzusetzen. Er verfügt inzwischen über eine Reihe von Problemlö-sungsstrategien und kann Handlungsalternativen gezielt wählen. Er ist auf dem Wege, mögliche Konse-quenzen des eigenen oder auch fremden Handelns im Raum gestalteter Pädagogik richtig einzuschätzen.
Till-Philipp kennt Formen und Farben und kann diese differenzieren. Er kann Größen unterscheiden, Rei-henfolgen und einfache Kategorien bilden.

Sprache / Kommunikation

Till-Philipp erweitert seine Sprachkompetenz in allen Bereichen kontinuierlich. Er kann sich mit Hilfe ein-fach strukturierter Sätze (i.d.R. Dreiwortsätze) situationsangemessen mitteilen, gezielt Hilfe erbitten, Wünsche und Bedürfnisse artikulieren. Immer besser gelingt es ihm, Fragen zu formulieren und entspre-chend zu betonen.
Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie Höflichkeitsausdrücke beherrscht er und verwendet sie zumeist situationsadäquat.
Mit Hilfe versucht er, in Gesprächskreisen sachgebunden zu erzählen und sich an Gesprächsregeln zu hal-ten.
Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und Verbote und kann angemessen differenzieren und reagieren. Dabei nutzt er die Fähigkeit, unterschiedliche Stimmodulationen richtig zu deuten.

6.3.2. Handlungsorientierte Lernbereiche
Selbstversorgung

Till-Philipp hat während der Schulzeit in den lebenspraktischen sowie schulrelevanten Bereichen deutlich an Selbständigkeit gewonnen. Er erledigt die Anforderungen im Hygienebereich ohne Aufforderung und weitgehend ohne Hilfe. Für seine Toilettengänge nimmt er sich gern viel Zeit. Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend selbständig. Beim Zuknöpfen der Hose, Binden der Schleife und Schließen von Reißverschlüssen benötigt er noch Hilfe.
Bei Ausflügen und Unterrichtsgängen fügt sich Till-Philipp gut in die Gruppe ein. Er kann zunehmend auf unmittelbare Hilfe durch eine Lehrerin verzichten. Im Straßenverkehr benötigt er deutliche Orientierungs- und Regelungshilfen.

Den Schulweg bewältigt er in Begleitung seiner Mutter zu Fuß. Für den Weg zum Sportplatz benötigt er ebenfalls Begleitung. Er kann nach rechts und links schauen und weiß, daß er die Straße nur dann über-queren darf, wenn kein Auto kommt. Diese Technik muß weiterhin stabilisiert werden.

Innerhalb des Tagesgeschäftes in der Klasse kann Till-Philipp inzwischen alle an ihn gestellten Anforde-rungen erfüllen : z.B. Frühstückstisch decken, Kakao holen, Müll (getrennt) entsorgen, Tischgewohnhei-ten einhalten, Arbeitsplatz einrichten, Materialien besorgen, Arbeitsblätter abheften, Bücher ausleihen etc., Ordnung schaffen, z.B. Abräumen des Frühstückstisches, Einräumen des Ranzens, Aufräumen der Spielecke u.ä. gelingt nach gezielter Aufforderung.

Spielen

Mit Freuden nimmt Till-Philipp an Klein- und Großgruppenspielen teil. Er kennt grundlegende Regeln und kann sich daran halten, wenngleich er immer wieder versucht, diese auf seine Bedürfnisse hin zu ver-ändern.
In Freispielphasen beschäftigt er sich gern mit Handpuppen und Bauklötzen in seiner Spielecke oder er sieht sich Bücher und Fotoalben an. Er malt gerne und erzählt zu seinen Bildern. Er schreibt auch Briefe, indem er die Schrift in kritzelnder Form nachahmt.
Im Einzelspiel in den Pausen sucht er sich oft Dosenstelzen oder ein Springseil aus (Gruppenspiel s. Punkt Sozialverhalten).

6.3.3. Fachorientierte Lernbereiche (übernommen aus dem letzten Zeugnis)
Mathematik

Die Zahlen im ZR bis 12 benennt, liest und schreibt Till-Philipp sicher im ZR bis 20 noch nicht immer richtig.
Mengen mit Vorstellungshilfen (Würfelbilder) kann er simultan erfassen.
Er kann Mengen nach qualitativen und quantitativen Eigenschaften vergleichen und unterscheiden. Im ZR bis 10 kann er Mengen zuordnen sowie Größer-Kleinerbeziehungen angeben und notieren. Mit Hilfe und in handlungsorientierten Zusammenhängen gelingt ihm die Zahlzerlegung im ZR bis 6. Er kann an einem Uhrenschema die vollen Stunden ablesen und bei vorgegebenen Zahlen die Zeigerstellung notieren.

Lesen/Schreiben

Till-Philipp kennt ca. 30 im Rahmen seines Leselehrgangs behandelte Ganzwörter. Die meisten hat er ganzheitlich gespeichert und kann sie erlesen. Den diesen Wörtern zugrunde liegenden Buchstabenbe-stand beherrscht er, kann diesen erlesen, formgetreu aus dem Gedächtnis verschriften und verfügt über die zugehörigen Sprechbewegungsbilder.
Die im Lehrgang aktuell behandelten Wörter kann er nach Vorlage und zum großen Teil nach Diktat ver-schriften. Die Synthese der Wörter aus bekannten Buchstaben gelingt ihm mit Hilfe.
Buchstaben, Wörter und Sätze kann er formgetreu nachspuren und nach Vorlage schreiben. Dabei gelingt ihm die Einhaltung der Linien immer besser.
Till-Philipp kann auf der Basis des geübten Wortbestandes Sätze und kleine Texte erlesen und sicher ent-sprechenden Bildern zuordnen.

Musik / Rhythmik

Till-Philipp zeigt grundsätzlich Interesse und große Freude an musikalischem Tun.
In das Klassenmusizieren wird er integriert. Viel Spaß hat er an rhythmischen Bewegungsspielen. Er kann die musikalischen Parameter Lautstärke, Tempo, Steigerung in Bewegungsformen umsetzen und auf den Instrumenten hörbar machen. Mit Unterstützung kann er einfache regelmäßige Rhythmen annähernd gleichmäßig auf Instrumenten schlagen. Da ihm das Spielen auf Instrumenten Spaß macht und er sich dabei an seinen Mitschülern orientieren kann, gelingt ihm das Einhalten musikalischer Regeln zunehmend besser. So kann er abwarten bis er an der Reihe ist und den Wechsel zwischen musikalischem Spiel und Pause recht gut einhalten.

Kunst

Till-Philipp hat besonderes Interesse am Kunstunterricht. Der Umgang mit Farben und Formen bereitet ihm Freude. Grundlegende Techniken wie An- und Abmalen, Zeichnen, Farbmischung, Schneiden, Kle-ben, Reißen kennt und beherrscht er z.T. gut Er kann mit großen und kleinen Pinseln großflächig malen und gegenständlich zeichnen.
Zunehmend besser gelingt es ihm, themengebunden zu malen. Insbesondere Menschendarstellungen wie z.B. „Weihnachtsmann“und „Clown“ vermag er gut umzusetzen.
Malt Till-Philipp frei, erzählt er in seinen zumeist ein- oder zweifarbigen Bildern Geschichten oder kon-krete Situationen, die er mit Freude versprachlicht.

Werken

Till-Philipp hat Freude am praktischen Tun und am Umgang mit verschiedenen Werkstoffen und Werk-zeugen.
Er kann mit z.T. reduzierten Anforderungen und Hilfen am Werkunterricht der Klasse teilnehmen.
Mit Hilfe hat er einen Schneemann aus Sperrholz ausgesagt, zusammengeklebt und angemalt.
Das Plastizieren mit verschiedenen Materialien wie Ton oder Salzteig macht ihm viel Spaß. Er kann
die Masse zu Rollen und Kugeln formen. Auf der Basis dieser Grundformen kann er mit Hilfen Gegen-stände herstellen.
Den durch seine freie Materialbearbeitung entstandenen Gebilde gibt er durch seine Bezeichnung Gegen-ständlichkeit, z.B.: Baby, Affe, Klo.

Textiles Gestalten

Eifrig hat Till-Philipp gemeinsam mit seinen Mitschülern erste Häkelversuche unternommen und hat den Umgang mit Wolle unterschiedlicher Qualität und Farbe durch Knoten, Flechten, Wickeln und Kleben er-probt.
Intensiv hat er im Rahmen des Textilunterrichtes geübt, Knöpfe, Reißverschlüsse, Bänder zu handhaben. Mit Freuden stellt er Schnüre aus Knoten her.

Sport

Till-Philipp nimmt mit besonderer Freude am Sportunterricht und soweit möglich an den Übungen und Spielen der Lerngruppe teil.
Er kann sich in der Riege anstellen und warten, bis er an der Reihe ist.
Gemeinsam mit der Lerngruppe hat er die Rolle vorwärts, das Radschlagen und den Handstand geübt. Die Rolle beherrscht er fast ohne Hilfe.
Das Seilspringen bereitet ihm viel Spaß. Er bemüht sich, mit dem Seil auf der Stelle zu springen und zu laufen.
An den Lauf- und Fangspielen der Lerngruppe nimmt er gerne teil, indem er durch Nachahmung seiner Mitschüler partizipiert
Im Umgang mit dem Ball ist er noch sicherer geworden, kann ihn kullern, werfen, prallen und in Ansät-zen fangen.

Hauswirtschaft

(siehe Punkt „Selbstversorgung“!)
Teilnahme an Koch-AG
Till-Philipp nimmt mit Begeisterung an der Koch-AG teil. Es gelingt ihm, mit seinen Mitschülern in einer Arbeitsgruppe produktiv und eifrig mitzuarbeiten. Z. B. kann er gut Zutaten für den Salat zerschneiden. Beim Backen von Weihnachtsgebäck rollte er den Teig aus und stach Plätzchen aus.

7. Bisherige zusätzliche Fördermaßnahmen

Laut Aussage der Eltern nahm Till-Philipp vom März bis August 1993 einmal wöchentlich an einer Sprachtherapie teil, die auf Anraten des Therapeuten im Hinblick auf die im Folgejahr anstehende Ein-schulung nicht weitergeführt wurde.
Till-Philipp ist während des 1. Schuljahres im schuleigenen Sprachsonderuntenicht (Dysgrammatismus, Dyslalie) zusätzlich gefördert worden.
Seit etwa zwei Jahren sind die Eltern bemüht, Till-Philipp Schwimmunterricht erteilen zu lassen. Ein ge-zielter Schwimmunterricht wurde vor kurzem vom Schwimmeister noch nicht für ratsam gehalten, da Till-Philipp noch weiterhin Wasser gewöhnt werden soll.
Nach Aussage der Eltern ist erneut logopädischer Unterricht vorgesehen.

8. Zusammenarbeit Schule - Eltemhaus

Vor Beginn der Integration haben beide Lehrerinnen Till-Philipp in seiner häuslichen Umgebung besucht.
Im 1. und 2. Schuljahr fanden im Halbjahresrhythmus Lehrer-Elterngespräche statt.
Da die Mutter ihren Sohn täglich zu Schule bringt und ihn wieder abholt, ergaben und ergeben sich lau-fend Gespräche mit beiden Lehrerinnen, durch die wichtige Informationen in beide Richtungen ausge-tauscht werden. An den zahlreichen Elternabenden und den obligatorischen Elternsprechtagen haben die Eltern Spanier immer teilgenommen.

Der Vater hat sich für die Schule im Rahmen des vom Land geförderten Schulprojektes ,,Moderne Schule“ sehr engagiert, indem er die gesamte Software-Installation an den für allen Klassen angeschafften Compu-tem übernahm und das Kollegium im Rahmen einer SchiLF in deren Handhabung einwies. Bei diesem Projekt ergaben sich zahlreiche informelle Kontakte, in denen auch Fragen bzgl. der Integration konstruk-tiv und offen behandelt wurden.

9. Verlauf der Integration

Vor Einrichtung der Integrationsklasse an der GS [Ortschaft] haben die Klassenlehrerin und die Sonder-schullehrerin gemeinsam mit der Schulleitung ein pädagogisches Konzept erarbeitet.
Dieses Konzept konnte weitgehend verwirklicht werden.

In den ersten Schulwochen gab es vielgestaltige Bemühungen, Till-Philipp an den Umgang mit den Schul-kindern zu gewöhnen.

In die Lerninhalte des ersten und zweiten Schuljahres konnten beide behinderten Kinder mit den Aufga-ben, die ihren Richtlinien entsprachen, gut integriert werden; dabei war die auf die Integrationsklasse ab-gestimmte Unterrichtsform (Freiarbeit, offener Unterricht) hilfreich.
Im dritten und jetzt im vierten Schuljahr wird die Integration besonders in den lehrgangsabhängigen Fä-chern aufwendiger, weil die nichtbehinderten Kinder leistungsbezogener auf die Orientierungsstufe vorbe-reitet werden wollen. Parallel zu den Lehrgängen ist eine individuelle Lernfeldgestaltung der behinderten Kinder notwendig.

Die geringe Schülerzahl der Klasse ermöglicht binnendifferenziertes Lernen, so daß sich alle Schüler in ei-nem Raum zur selben Zeit als unterschiedlich arbeitend erleben: Alle Schüler sind diese toleranzgetragene Arbeitsform gewohnt und lassen sich gegenseitig nicht stören oder ablenken. Ungeplantes gemeinsames Lernen ergibt sich oft von allein. Bei Klassenarbeiten weicht die Sonderschullehrerin in den Gruppenraum aus. Problematisch ist Vertretungsunterricht, da die Vorbereitung auf den Unterricht nach drei unter-schiedlichen Richtlinien erfolgen muß und festgelegten Rituale, die den Unterrichtstag der Klasse be-stimmen, eingehalten werden sollten. Es ist nicht einfach für eine Vertretungskraft, ein Mitglied des ein-gearbeiteten Lehrerteams zu ersetzen.

Anlagen

Zeugnisse des 3. Schuljahres

(Grundschuilehrehn)

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Kommentierung des Integrationsberichts der LB-Sonderschulpädagogin
Zu berichten war über die Integrationsmaßnahme mit zieldifferentem Unterricht des Schülers Till-Philipp Spanier mit Trisomie 21 (GB) an der GS [Ortschaft].
Unser Bestreben nach Fortführung der Integration in einer geeigneten Gesamtschule begann mit Wissen beider Lehrerinnen frühzeitig mit eigenständiger Vorarbeit, die bald in Kontakte mit der Bezirksregierung, Schule und Kultusministerium mündete. Auf diesem Wege erfuhren wir, daß vor dem Abfassen die Berichterstatterin mit uns ein Gespräch zu führen hat. Dieses Gespräch hat bis heute nicht stattgefunden, obgleich der Bericht bereits vorliegt. Somit liegt ein Formfehler vor! Es ist für uns von Bedeutung zu erfahren, warum dieses Gespräch nicht geführt wurde.
Es stellt sich die Frage, warum es zu keinem einheitlichen Integrationsbericht hat kommen können? Liegt das nur an der unterschiedlichen Bewertung der Integrationsmaßnahme und ihrer Durchführung und Ergebnis, oder wird daraus auch möglicherweise erkennbar, daß die Maßnahme selbst (wohl unausgesprochen) kein einheitliches Ziel hatte? Wenn es gleich zu Beginn des Berichtes heißt: »Die anfänglich häufiger mögliche inhaltsgleiche Integration in den Unterricht der Lerngruppe (z.B. bei der Einführung der Buchstaben und Zahlen in Lernstationen) ist infolge der immer unterschiedlicheren Lernstände der Kinder zunehmend seltener realisierbar.«, so ist dies der Anfang einer Betrachtungsweise, die in der Zusammenfassung zur Demontage von Till-Philipp führt. Gerade weil er entwicklungsverzögert ist, war von Anfang an ein zieldifferenter Unterricht vorgesehen, der keinen Vergleich Till-Philipps mit nicht behinderten Kindern zuläßt. Eine Trisomie 21 ist bei jedem betroffenen Kind in ihrer Ausprägung so unterschiedlich, daß kein linearer Vergleich mit der Norm möglich ist. Wir denken, dies ist eine Erkenntnis, die bei der sonderschulpädagogischen Ausbildung im GB-Sektor weitergegeben wird.
Die Bewertung des Erfolgs der Integration im außerschulischen Bereich ist seitens der Sonderschulpädagogin solange nicht möglich, solange sie nicht mit uns darüber gesprochen hat. Das letzte ausführliche gemeinsame Gespräch fand am 01.12.1995 statt. Wir wissen nicht, wie mit wenigen Ausnahmen die anderen Eltern den Erfolg sehen und werten. Wir sprechen von einem Erfolg, der sich an unseren bescheidenen Erwartungen orientiert.
Wir sind darüber verwundert, daß der Bericht eine Stagnation bzw. auch Rückschritt Till-Philipps dokumentiert. Es bleibt die Frage offen, warum wir darüber nicht in Kenntnis gesetzt wurden. Ist die augenscheinliche mangelhafte Entwicklung unseres Sohnes darin begründet, daß hier eine Überforderung der Sonderschulpädagogin bezüglich ihrer Ausbildung mit Schwerpunkt LB statt GB vorliegt, oder wurde die Förderung zurückgenommen, wie es diesen Vorbemerkungen angefügter Brief der Sonderschulpädagogin an die Kinder der Klasse vermuten lassen kann, in dem sie diese für ihre persönliche Situation um Verständnis bittet.
Wir haben der Überschaubarkeit wegen den Integrationsbericht im Wortlaut übernommen und die Textstellen grau unterlegt, mit denen wir nicht einverstanden sind. Die dazugehörenden Bemerkungen haben wir als Hochtext unmittelbar angefügt. In den Lernständen haben wir die Textstellen zusätzlich umrandet, die in ihrer Aussage vom letzten Zeugnis abweichen. Die dadurch erkennbare Tendenz in der Berichterstattung ist unverkennbar und bedarf von unserer Seite keiner weiteren Kommentierung.
Die beträchtlichen Mehrfachnennungen im Vorspann des Integrationsberichts hinsichtlich des Sozial- und Regelverhaltens unseres Sohnes und seiner Konflikte mit seinen Mitschülern trägt seiner Behinderung keine Rechnung und zeichnet zudem ein nicht gerechtfertigtes negatives Bild von ihm. Da wird offensichtlich, wie entscheidend der Blickwinkel ist, aus dem heraus unser Sohn für die Berichterstattung betrachtet wurde.
 
 
Integrationsbericht
aus sonderpädagogischer Sicht
für Till-Philipp Spanier
Stand: Dezember 1997
Till-Philipp wurde zum Schuljahr 94/95 gemeinsam mit einem lernbehinderten Mädchen und 15 Grundschülern in die erste Klasse der Grundschule [Ortschaft] eingeschult. Er wird seitdem integrativ beschult und wird nach den Rahmenrichtlinien der Schule für geistig Behinderte unterrichtet. Frau xxxx ist Sonderschullehrerin für LB, nicht GB.
Die Klasse wird von der Grundschullehrerin Frau yyyyy geführt und mit 15 Wochenstunden in Doppelbesetzung von der Sonderschullehrerin Frau xxxx betreut. Von den i.d.R. 3 Stunden sonderpädagogischer Betreuung täglich Nach Aussage der Schulleiterin sind es weniger, wie es auch im Bericht der Klassenlehrerin ersichtlich wird. benötigt Till-Philipp ca. zwei Drittel zur direkten Förderung in seinen Lehrgängen bzw. zur Unterstützung seiner Mitarbeit im Klassenverband. Die anfänglich häufiger mögliche inhaltsgleiche Integration in den Unterricht der Lerngruppe (z.B. bei der Einführung der Buchstaben und Zahlen in Lernstationen) ist infolge der immer unterschiedlicheren Lernstände der Kinder zunehmend seltener realisierbar. Aufgabe war und ist ein zieldiffenter Unterricht! Es ist jedoch möglich, durch zeitliche Parallelisierung der Lehrgänge eine räumliche Integration zumeist über den gesamten Schultag zu gewährleisten. Auf diese Weise können spontane, sich aus dem Unterricht ergebende Gelegenheiten, Till-Philipp nach seinen Möglichkeiten in den Unterricht der Grundschüler zu integrieren, ausgeschöpft werden. Grundschüler können immer wieder als Helfer einbezogen und zu gemeinsamem Arbeiten mit Till-Philipp motiviert werden.
Das für die Integration Till-Philipps grundlegende Modell-Lernen - Till-Philipp lernt am Modell resp. durch Nachahmung der Grundschüler allgemeine Verhaltensweisen bzw. die Grundschüler lernen durch das Modell der Lehrerinnen den Umgang mit Till-Philipp - findet durch die räumliche Gemeinsamkeit seine Verwirklichung.(1)  Überdies ? hat das dazu geführt, daß anfängliche Ängste der Kinder der Lerngruppe abgebaut, Akzeptanz für die Individualität, die besonderen Bedürfnisse des geistig behinderten Jungen aufgebaut und die Kinder der Lerngruppe zu kompetenten Helfern wurden. Die nichtbehinderten Kinder haben z.T. erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, Till-Philipp nach seinen Möglichkeiten in Arbeitsprozesse einzugliedern bzw. in seinen Belangen zu fördern. Was hat Till-Philipp entwickelt? Wechselwirkung?
Die Kinder der Lerngruppe haben sich in der ersten Zeit der gemeinsamen Beschulung intensiv um Kontakte im Freizeitbereich bemüht, Till-Philipp besucht, Im ersten Halbjahr waren es drei Mädchen, im zweiten Halbjahr ein Junge, der zum Spielen kam! Wechselwirkung? zum Spielen und zu Geburtstagsfeiern eingeladen.(2)  Die Eltemschaft hat dieses nach meinem Eindruck unterstützt. Einseitig? Der Umfang der außerschulischen Kontakte zum aktuellen Zeitpunkt ist mir nicht bekannt.(3)
Till-Philipp hat in allen Bereichen eine deutliche und positive Entwicklung vollzogen und von der Integration in der GS [Ortschaft] profitiert. Wir hoffen, daß die anderen Kinder auch profitiert haben!
 
 

Sozial- und Verhaltensaspekte

Till-Philipp kann bei motivierenden Inhalten und guter Tagesform bis zu 20 Minuten selbständig arbeiten. Mitunter bedarf er jedoch über einen ganzen Schultag hinweg der direkten Aufmerksamkeit einer Lehrerin, Verbal haben wir es anders gesagt bekommen. da seine Arbeits- und Lernbereitschaft sowie sein Arbeitstempo in Abhängigkeit von der jeweiligen Tagesform stehen und entsprechend schwankend sind. Die im ersten Schulbesuchsjahr häufigen Leistungsverweigerungen Till-Philipps sind selten geworden und lassen sich zumeist durch ein Angebot von Alternativen oder Belohnungen auflösen. Es ist generell zu fragen, ob bei einer Trisomie 21 überhaupt von einer Leistungsverweigerung die Rede sein kann, Leistungsverweigerung setzt Leistungsbewußtsein voraus. Warum so nachtragend?
Ein Problem stellte und stellt für Till-Philipp noch immer die Einhaltung gesetzter Regeln und die Akzeptanz von Verboten dar. Weiter unten heißt es: »Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und Verbote und kann angemessen darauf reagieren«! Hält er nun Regeln ein oder nicht?? Von daher muß ein hoher Aufmerksamkeits- und Betreuungsumfang gewährleistet sein. Wie konnte er da in 1995 vom Schulhof laufen? Siehe Fußnote 4. Inzwischen steht diese Aussage  im Widerspruch zu den Zeugnisangaben und in keinem Verhältnis zu den Angaben bei den Mutter-Lehrer-Gesprächen.
Die Stunden, in denen er mit der Klasse von nur einer Lehrkraft betreut wird, nutzt er i.d.R. zum freien Spiel in der eigens für ihn eingerichteten Spielecke oder er bearbeitet (max. 20 Minuten) kleine Aufgaben nach bekanntem Muster selbständig, fordert jedoch beständig die Aufmerksamkeit und Zuwendung der einen Lehrkraft. Wird ihm diese nicht gegeben, ist er i.d.R. nicht mehr zu effektiver Arbeit zu bewegen. Zuhause ist dies kein Problem! Es wird in der Schule unterschiedlich gewertet (vergleiche Bericht der Klassenlehrerin).
Till-Philipp hat mitunter noch Schwierigkeiten mit der Akzeptanz von Eigentum anderer. Insbesondere wenn er sich unbeobachtet fühlt, neigt er dazu, Arbeitsmaterialien, Spielzeug oder auch Kleidungsstücke, die ihn interessieren, an sich zu nehmen (sein eigener Ausdruck -. zu „mopsen“). Er ist offensichtlich das einzige Kind der Lerngruppe, bei dem eine „Minikriminalisierung“ gerechtfertigt erscheint! Hier ist entsprechend seiner Entwicklungsstufe der Maßstab verfehlt worden. Es ist für ihn immer eine Art Spiel, aus unserer Sicht kommt es nur noch selten vor! Das hat insbesondere in der ersten Zeit jetzt auch noch? Welches Ziel wird mit dieser Aussage verfolgt? der gemeinsamen Beschulung zu Ängsten und Aggressionen bei den Nichtbehinderten geführt. Inzwischen können die Kinder angemessen und gelassen reagieren. Manchmal Welches Ziel wird mit dieser Aussage verfolgt?  ist er auch in der Lage, unaufgefordert darum zu bitten, einen Gegenstand nehmen (angebahnter Ausdruck: „ausleihen“) zu dürfen. I.d.R. wird er von Kindern wie Lehrerinnen dafür gelobt und sein Wunsch wird erfüllt. Andererseits ist zu beobachten, daß er z.B. im Pausenbereich Kindern Gegenstände gegen ihren Willen wegnimmt. Hier wird zu einseitig berichtet, Vorfälle dieser Art blieben von der Schulleiterin bisher unbestätigt. Nicht beobachtet wurde offensichtlich, daß ihm gegen seinen Willen seine Handpuppen in der Pause über den Zaun geworfen wurden, so daß er unbewußt das Risiko des unerlaubten Verlassens des Pausenhofes einging.(4)  Vielleicht hat er hier am Modell derer gelernt, die ihm die Handpuppen über den Zaun warfen!
Die Lernumgebung ist im wesentlichen den besonderen Erfordernissen angepaßt worden. So mußten diese Anfangsphase ist doch längst abgeschlossen! z.B. die Seifenspender ungefüllt bleiben, weil Till-Philipp sie sonst entleerte, die Steckdosen mußten mit Kindersicherungen versehen werden, im häuslichen Bereich nicht! Warum ist dann  die Steckdose in seiner Spielecke  (in Spielhöhe) nie gesichert worden weil Till-Philipp sich mehrfach an ihnen zu schaffen machte (um sie zu reparieren), Farben müssen unter Verschluß gehalten werden, weil Till-Philipp mit ihnen die Wände der Klasse verzierte zu Hause macht er das nicht u.v.m.. WAS DENN NOCH!!! wir bitten um eine Aufklärung.
Till-Philipp kann sich im Schulgebäude und im Pausenbereich weitgehend Einschränkung gegenüber dem letzten Zeugnis. selbständig bewegen und kann kleine Aufträge angemessen ausführen. Angesichts seiner mitunter nicht vorhersehbaren Reaktionen ist ein enges Kontrollsystem jedoch unerläßlich. Dieser Satz widerspricht dem Satz davor, WARUM dieser Widerspruch. Einer Reaktion geht eine Aktion voraus, welcher Art sind die Aktionen und von wem gehen sie aus? Warum wurden in seinen Zeugnissen darüber keine Angaben gemacht?
In den Pausen sowie im Unterricht sucht Till-Philipp sich gezielt Spiel- und Arbeitspartner. Dabei hat er Vorlieben für bestimmte Klassenkameraden und im Pausenbereich für Kinder der unteren Jahrgangsstufen entwickelt. Er kann Spielsituationen initiieren und verändernd auf sie einwirken. Mitunter führt seine mangelnde Fähigkeit, Spielsituationen zu durchschauen (z.B. Unterscheidung von spaßhaftem Toben und verletzendem Kämpfen) im Zusammenhang mit seinem gelegentlichen Kräfteüberschuß zu Konflikten mit Mitschülern. Es führt nach dem Bericht der Klassenlehrerin manchmal zu Konflikten, wie unter nichtbehinderten Kindern auch.

Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

Die Eltern Till-Philipps zeigen sich sehr interessiert an der schulischen Entwicklung ihres Sohnes. Sie sind jederzeit bereit zu Gesprächen mit den Lehrerinnen und leisten gern jede erbetene Unterstützung zur Verwirklichung von Unterrichtsvorhaben.
Es ist anzumerken, daß die den Eltern seit der 2. Klasse empfohlenen und aus sonderpädagogischer Sicht notwendigen außerschulischen Fördermaßnahmen (psychomotorische, ergotherapeutische und logopädische Förderung) nach meiner Kenntnis noch nicht erfolgt sind. Die beste Therapie vermag keine Trisomie 21 zu beseitigen oder zu mindern!(5)  Wir haben auch den als dringlich vorgetragene Rat, mit Till-Philipp zur Erziehungsberatung zu gehen, unbeachtet gelassen, da unsereseits dazu keine Veranlassung bestand und noch besteht. Wir haben nichts gegen Förderung, wir sind aber auch bemüht, eine Überforderung zu vermeiden.

Lernvoraussetzungen und Lernstände
Selbstversorgung

Till-Philipp hat in den lebenspraktischen sowie schulrelevanten Bereichen ein deutlich höheres Maß an Selbständigkeit erlangt als zu Beginn der Schulzeit. Er erledigt die Anforderungen im Hygienebereich ohne Aufforderung und weitgehend ohne Hilfe Zeugniszitat: und ohne Hilfe jedoch noch nicht in angemessener Zeit Wo liegt die Norm? ( ca. 15 bis 25 Minuten pro Toilettengang). Das An- und Auskleiden gelingt ihm weitgehend selbständig. Lediglich beim Zuknöpfen der Hose, Binden der Schleife und Schließen von Reißverschlüssen benötigt er noch Hilfe. Vergleich mit welcher Norm?
Bei Ausflügen und Unterrichtsgängen fügt sich Till-Philipp gut in die Gruppe ein und braucht nicht mehr ständig die unmittelbare Hilfe durch eine Lehrerin.
Im Straßenverkehr ist sein Verhalten noch nicht regelgerecht. Entwicklungsgerecht? Er beherrscht auch nach expliziter Übung mit einer Lehrerin über ein Schulhalbjahr Ist ein ca. dreimaliges Begleiten des Schulweges der Lehrerin im Schulhalbjahr explizit?  nicht den Schulweg durch das Dorf sowie den nur wenige hundert Meter langen Weg zum Sportplatz. Er kann nach rechts und links schauen und weiß, daß er die Straße nur dann überqueren darf, wenn kein Auto kommt. Er kann es jedoch nur auf nachdrückliche Aufforderung hin. Seine Entwicklungsverzögerung bezieht sich auch auf die Erkennung von Gefahren.
Innerhalb des Tagesgeschäftes in der Klasse kann Till-Philipp inzwischen alle an ihn gestellten Anforderungen erfüllen: z.B. Frühstückstisch decken, Kakao holen, Müll (getrennt) entsorgen, Tischgewohnheiten einhalten, Arbeitsplatz einrichten, Materialien besorgen, Arbeitsblätter abheften, Bücher ausleihen etc.. Ordnung schaffen, z.B. Abräumen des Frühstückstisches, Einräumen des Ranzens, Aufräumen der Spielecke u.ä. gelingt zumeist nur nach mehrfacher Aufforderung und mit Hilfe. Zeugniszitat: Selbständig erledigt Till-Philipp ... - ... manchmal noch mit Hilfe

Spielen

Mit Freuden nimmt Till-Philipp an Klein- und Großgruppenspielen teil. Er kennt grundlegende Regeln und kann sich daran halten, wenngleich er immer wieder versucht, diese auf seine Bedürfnisse hin zu verändern. Er tut dies auch bei uns, wenn er die gesetzten Regeln noch nicht versteht!
In Freispielphasen beschäftigt er sich gern mit Handpuppen und Bauklötzen in seiner Spielecke oder er sieht sich Bücher und Fotoalben an.
In den Pausen sucht er sich oft Dosenstelzen oder ein Springseil aus.
Wenn er mit anderen, meist jüngeren Schülern im Sandkasten oder auf dem Klettergerüst spielt, entstehen mitunter dadurch Konflikte, daß Till-Philipp Spielregeln nicht durchschaut bzw. für sich akzeptiert, Frage des Bewußtsein!  daß er in der Freude am Spiel seine Kräfte nicht zu dosieren vermag, oder daß er die Belange der anderen Kinder (z.B. ein Spiel zu beenden) nicht wahrnimmt. Er wird z.B. oft von anderen Kindern aufgefordert, sie vom Sandkastenrand zu schubsen. Das macht allen Spaß, auch wenn er damit zunächst nicht aufhört, wenn von den anderen das Spielende bestimmt wird. Für ein daraus möglicher Konflikt wird hier offensichtlich Till-Philipp die Verantwortung zugeschrieben! Vielleicht muß das Spiel auf eine andere Art beendet werden!

Soziale Beziehungen

Till-Philipp geht auf Kinder der Lerngruppe und der Schule offen zu, nimmt Kontakt auf und fordert zu konkreten Spielsituationen auf. Er liebt es, die Kinder zum Lachen zu bringen und durch von ihm als solche empfundene „Späßchen“ im Mittelpunkt zu stehen. Till-Philipp zeigt eine gute Empathiefähigkeit. Weinende Kinder vermag er liebevoll zu trösten.
Zu den beiden Lehrerinnen der Klasse hat er einen intensiven Kontakt, der sich im vertrauten Umgang miteinander sowie der Herstellung körperlicher Nähe durch Till-Philipp ausdrückt. Er nimmt auch zu anderen Lehrerinnen der Schule und zum Hausmeister Körperkontakt auf, wenn er getröstet werden möchte. Er nimmt Kontakt auf mit dem Hausmeister, aber nicht nur wenn er Trost braucht. Die Erwachsenen in der Schule nehmen mit ihm Körperkontakt auf, wenn sie ihn mit Handschlag begrüßen! Nach unserer Beobachtung hat der Hausmeister eine außerordentlich gute Art, mit Till-Philipp umzugehen, auch wenn Till-Philipp keinen Trost braucht. Siehe Bericht der Klassenlehrerin!
Seine Eigenart, Nähe zu den Kindern durch z.T. zu starke Umarmungen Es ist allgemein bekannt, daß Kinder mit Trisomie 21 ihre Kräfte lange Zeit nicht unter Kontrolle haben. herzustellen, hat Till-Philipp weitgehend abgebaut. Nur noch selten Warum dann noch erwähnenswert? muß diesbezüglich eine Lehrerin eingreifen und ein Kind aus seiner (liebevoll gemeinten!) Umklammerung befreien. Er hat durch gezielte Übungen eine Vorstellung von „Vorsicht“ und „zärtlich“ entwickelt.

Sprache / Kommunikation

Till-Philipp erweitert seine Sprachkompetenz in allen Bereichen kontinuierlich. Er kann sich mit Hilfe einfach strukturierter Sätze oder Satzfragmente (i.d.R. Dreiwortsätze) situationsangemessen mitteilen Zeugniszitat: Till-Philipp kann sich sprachlich situationsangemessen  mitteilen., gezielt Hilfe erbitten, Wünsche und Bedürfnisse artikulieren. Immer besser gelingt es ihm, Fragen zu formulieren und entsprechend zu betonen.
Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie Höflichkeitsausdrücke beherrscht er und verwendet sie zumeist situationsadäquat.
Mit Hilfe kann er in ersten Ansätzen Einschränkung gegenüber Zeugnissaussage. in Gesprächskreisen thematisch gebunden erzählen und sich an Gesprächsregeln Er ist also doch regelorientiert! halten.
Till-Philipp versteht Aufforderungen sowie Lob und Verbote und kann angemessen darauf reagieren. Dabei nutzt er die Fähigkeit, unterschiedliche Stimmodulationen richtig zu deuten. Wozu ist dann noch ein enges Kontrollsystem erforderlich? Diese Angabe steht im Widerspruch zu seinem an anderer Stelle bekundeten mangelnden Regelverhalten!

Wahrnehmung / Denken

Till-Philipp ist in der Lage, Vorhaben und Handlungseinheiten im Rahmen seiner Möglichkeiten zu planen und umzusetzen. Es gelingt ihm diesbezügliche Ideen anderen gegenüber zu artikulieren und durchzusetzen. Er verfügt inzwischen über eine Reihe von Problemlösungsstrategien und kann Handlungsalternativen gezielt wählen. Nicht immer gelingt es ihm, mögliche Konsequenzen des eigenen oder auch fremden Handelns richtig einzuschätzen. Zeugniszitat: Auch kann er mögliche Konsequenzen, die auf eigene und fremde Handlungen folgen, abschätzen und artikulieren.
Till-Philipp kennt Formen und Farben und kann diese differenzieren. Er kann Größen unterscheiden, Reihenfolgen und einfache Kategorien bilden.

Grob- und Feinmotorik

Till-Philipp hat seine Bewegungsökonomie und -geschwindigkeit sowie Zielgerichtetheit soweit entwickelt, daß er an den Ball- und Bewegungsspielen der Grundschüler teilnehmen kann.
In den Bereichen des vestibulären Systems hat er deutliche Fortschritte gemacht. Pedalo fahren und Dosenstelzen laufen beherrscht er mit nur noch wenig Hilfe. Im Bereich des propriozeptiven Systems Wie gut, daß es Fremdwörter gibt! zeigt er noch immer Defizite. Kleine Höhenunterschiede überwindet er auf allen Vieren Können wir nicht bestätigen!! und das Springen aus geringer Höhe beherrscht er mit Hilfe. Er springt allein von der vorletzten Treppenstufe! Das Zeugnis vermittelt mehr, und dies positiver.
Till-Philipp verfügt über eine differenzierte Handfertigkeit und kann sämtliche im Unterricht gebräuchlichen Materialien sachgerecht handhaben.
Seine Auge-Hand-Koordination ist soweit entwickelt, daß ihn das Anmalen von komplexen Formen, das gezielte Kleben, das Schneiden auf der Linie, wie auch das Schreiben von Buchstaben und Zahlen ohne Führungslinien immer besser und schneller, vergleiche Zeugnis und Bericht der Klassenlehrerin gelingen.

Mathematik

Till-Philipp kann Mengen nach qualitativen und quantitativen Eigenschaften vergleichen und unterscheiden. Ergänzung im Zeugnis: sowie vorgegebene Mengen verändern (reduzieren, erweitern). Im Zahlenraum bis 10 kann er Mengen zuordnen sowie Größer-Kleinerbeziehungen angeben und notieren.
Die Zahlen im ZR bis 12 benennt, liest und schreibt er sicher, im ZR bis 20 noch nicht immer richtig.
Mit Hilfe Im Zeugnis fehlt dieser Zusatz.und in handlungsorientierten Zusammenhängen gelingt ihm die Zahlzerlegung im ZR bis 6.
„Mit Hilfen kann er hier Additions- und Subtraktionsaufgaben nachvollziehen sowie die“ Mengen mit Vorstellungshilfen (Würfelbilder) kann er simultan aufnehmen. Vorgestellter Satzteil steht im letzten Zeugnis! Also Rückschritt?

Lesen/Schreiben

Till-Philipp kennt ca. 30 im Rahmen seines Leselehrgangs behandelte Ganzwörter. Die meisten hat er ganzheitlich gespeichert und kann sie erlesen. Den diesen Wörtern zugrunde liegenden Buchstabenbestand beherrscht er, kann diesen erlesen, formgetreu aus dem Gedächtnis verschriften und verfügt über die zugehörigen Sprechbewegungsbilder.
Die im Lehrgang aktuell behandelten Wörter kann er nach Vorlage und zum großen Teil nach Diktat verschriften. Die Synthese der Wörter aus bekannten Buchstaben gelingt ihm nur mit Hilfe. Zeugniszitat: ... gelingt ihm mit Hilfen. Hier wird ein nicht vorhandener Rückschritt dokumentiert!
Buchstaben, Wörter und Sätze kann er formgetreu nachspuren und nach Vorlage schreiben. Till-Philipp kann auf der Basis des geübten Wortbestandes Sätze und kleine Texte erlesen und sicher entsprechenden Bildern zuordnen. Laut Zeugnis kann er auch neue ein- und zweisilbige lauttreue Wörter auf der Basis des geübten Buchstabenbestandes mit Hilfe erlesen.

Musische Fächer

An den musischen Fächern zeigt Till-Philipp besonderes Interesse. Sein außerordentlich großes Interesse an technischen Dingen findet nirgends Erwähnung, hier soll wohl dem Vorurteil Vorschub geleistet werden, Kinder mit einer Trisomie 21 seinen grundsätzlich musisch veranlagt.
Freude zeigt er am Spiel mit Rhythmus- und Musikinstrumenten, das er mit Hilfe und reduzierten Anforderungen im Klassenverband praktiziert. Mit der Klasse eingeübte Lieder versucht er mitzusingen. Zeugniszitat: Er kann mit Unterstützung annähernd gleichmäßig auf Rhythmusinstrumenten schlagen. Seine diesbezüglichen Fähigkeiten werden im Zeugnis und im Bericht der Klassenlehrerin ausführlicher gewürdigt.
Grundlegende künstlerische Techniken wie An- und Abmalen, Zeichnen, Farbmischung, Schneiden, Kleben, Reißen, Plastizieren etc. kennt und beherrscht Till-Philipp z.T. gut. So kann er im Rahmen seiner Möglichkeiten und mit Hilfen am Kunst- und Werkunterricht der Klasse teilnehmen. Die Zeugnisaussage ist in diesem Punkt deutlicher und damit positiver.
Am Textilunterricht nimmt er mit reduzierten Anforderungen teil. Das Zeugnis sagt hier etwas anderes, es ist positiver!.

Sport

Mit besonderer Freude nimmt Till-Philipp am Sportunterricht teil. Er ist zunehmend besser in der Lage an den Übungen und Spielen der Mitschüler teilzunehmen, da er die Handhabung von Sportgeräten wie Ball, Seil, Rollbrett, Pedalo etc. gelernt hat und Regeln ( wie z.B. Anstellen in einer Riege) einhalten kann. Auch hier ist das Zeugnis ausführlicher. Welche besonderen Fördermaßnahmen wurden eingesetzt, um seine in diesem Bericht aufgezeigten Defizite in der Grobmotorik abzubauen.

Zusammenfassung- und Ausblick

Till-Philipp hat sich in der Lerngruppe zu einem integrierten Mitglied entwickelt Dieses Ergebnis wird in den nachfolgenden Sätzen wieder zurückgenommen, warum?  und zeigt in allen schulrelevanten Bereichen gute Fortschritte. Er hat von den Mitschülern lernen können und diese haben durch ihn gelernt. Von ihm haben sie nichts gelernt?
Es ist jedoch hervorzuheben, daß die beschriebenen Erfolge in engem Zusammenhang stehen mit der Größe der Lerngruppe (anfangs17 derzeit 15 Schüler) die das permanente gemeinsame Lernen der behinderten und nichtbehinderten Dies steht im Widerspruch zum Berichtsanfang. Kinder in einem Raum und die intensive Förderung der sozialen Integration ermöglicht. Weshalb sonst wurden denn die Rahmenbedingungen geschaffen?
Von besonderer Bedeutung erscheint auch der Umfang der Doppelbesetzung von Grundschullehrerin und Sonderschullehrerin mit 15 Wochenstunden. Weshalb sonst wurden denn die Rahmenbedingungen geschaffen? Eine tatsächliche Förderung Till-Philipps ist nur in den Stunden möglich, in denen sich eine Lehrkraft intensiv und möglichst ausschließlich um den Jungen kümmern kann. In den Stunden, in denen eine einzelne Lehrerin alle Kinder betreut, ist Till-Philipps Lernen sporadisch und wenig effektiv. Dies bezweifeln wir, da es im Widerspruch zur bisherigen Einschätzung der Klassenlehrerin und Schulleiterin steht.
Förderlich für die Integration Till-Philipps ist die Überschaubarkeit der Schule und die Bereitschaft aller hier arbeitenden Personen (einschließlich Hausmeister und Sekretärin und Putzfrauen?) sich auf die besonderen Bedürfnisse welcher Art eines geistig behinderten Kindes einzulassen in welcher Art und das Lernumfeld daraufhin zu verändern.. In diesem Zusammenhang sei verwiesen auf das enge Betreuungs- bzw. Kontrollsystem, dessen Till-Philipp bedarf um ihn vor für ihn nicht einschätzbaren Folgen seines Handelns und seiner mitunter unvorhersehbaren Reaktionen zu bewahren. Seine Zeugnisse belehren uns eines besseren; sein gut eigenständiges Handeln im häuslichen Umfeld bestätigt das nicht. Der Erfolg der Integration widerspricht dem. Wenn ein solches System bekannt wäre, wäre es für eine Integration untauglich.
Um eine Kontinuität der Lernfortschritte in den fachbezogenen Lernbereichen zu gewährleisten, erscheint eine möglichst umfassende sonderpädagogische Betreuung Ist damit eine Sonderschule gemeint? dringend ratsam. Siehe zur gesamten Zusammenfassung folgende Bemerkung!

Braunschweig, den 17.12.1997 (Unterschrift der Sonderschulpädagogin)

Bemerkung:
In vielen Einzelpunkten tauchen positive Aspekte im schulischen Alltag Till-Philipps auf, die in dieser Zusammenfassung mehr als zurückgenommen werden. Die Zusammenfassung liest sich für uns wie eine Demontage des geistig behinderten Schülers Till-Philipp mit der Sichtweise einer Nichtbefürwortung von Integration. Tatsächlich sollte es hier um die Berichterstattung der integrativen Schulmaßnahme und ihrer Durchführung gehen, die mit dem Schuljahr 1994/95 auf unser Betreiben hin begonnen wurde. Der Bericht der Sonderschulpädagogin erweckt bei uns den Eindruck, der Integration eines Kindes mit Trisomie 21 nicht in ausreichendem Maße gewachsen zu sein. Die sonderschulpädagogische Ausbildung mit Schwerpunkt LB erscheint offensichtlich nicht immer ausreichend zur Integration eines GB-Kindes mit Trisomie 21. Der dennoch eingetretene Erfolg der Integration, wie er im Bericht der Klassenlehrerin zu erlesen ist, ist danach der Klassenlehrerin zu verdanken wegen ihrer Einfühlsamkeit, Menschenkenntnis und langjährigen Erfahrung im Grundschulbereich. Die unermüdlichen Unterstützung des restlichen Lehrerinnenkollegium und der Schulleitung sowie unserer häuslichen Beiträge und Fördermaßnahmen haben sich ergänzend positiv ausgewirkt. Till-Philipp kann und weiß mehr, als er oftmals zeigt. Wir halten es auch für eine Aufgabe der Schulpädagogik, der Sonderschulpädagogik sowieso, mit geeigneten Mitteln in das Kind „hinein zu schauen“ und es zu motivieren, nicht aber diesen Einblick zu nutzen, um danach die festgestellten Defizite zum Anlaß zu einer Kritik zu nehmen, die geeignet ist festzustellen, daß nur das gesehen wurde, was gesehen werden wollte und nicht das, was sonst noch da ist.
In dem vorstehenden Bericht liegt die Betonung nicht auf seinem Leistungsvermögen, sondern auf den Defiziten von Till-Philipp, was zu der Frage führt, was hat er überhaupt bei der Sonderschulpädagogin gelernt. Diese mitunter anzuzweifelnden Defizite werden vermutlich inhaltslos, wenn der Vergleich mit den Trisomie 21-Kindern gleichen Jahrgangs einer Sonderschule für Geistigbehinderte durchgeführt wird; immerhin war die Schule und damit auch die Sonderschullehrerin gehalten, den Unterricht zieldifferent nach den Rahmenrichtlinien der Schule für Geistigbehinderte auszurichten und durchzuführen.
Somit gerät der Integrationsbericht zum Eingeständnis der Sonderschulpädagogin, ihrer Aufgabe nicht im gewünschten Umfang gewachsen zu sein. Wir leiten daraus das Begehren ab, für den Rest des laufenden Schuljahres der Sonderschulpädagogin den ihr zustehenden Erziehungsurlaub zuzugestehen und der Integrationsklasse eine fachkundigen Ersatzkraft zur Verfügung zu stellen. Wir verweisen hier auf den oben eingefügten Brief der Sonderschulpädagogin an alle Kinder der Klasse. Der von dem „Ausblick“ der Sonderschulpädagogin ausgehende Versuch einer Suggestion kann nicht Aufgabe des Integrationsberichtes sein. Aufgabe des Integrationsberichts ist nach unserem Verständnis auch eine Selbstbewertung der von der Fachkraft geleisteten Arbeit.
Wir beantragen für den Fortgang der Integration in einer Gesamtschule und damit zur Klärung der aufgeworfenen Fragen und Bewertungsunebenheiten eine Förderkommisson und bitten deshalb um Aufklärung darüber, wer wann wo in dieser Kommission teilnimmt.
Christel und Hans-Peter Spanier [Ortschaft], 18.01.1998

(1) Integration ist die Herstellung einer Einheit durch Einbeziehung außenstehender Personen, sie ist das Schaffen einer Verbindung einer unterschiedlichen Vielheit von Menschen zu einer gesellschaftlichen (und kulturellen) Einheit.
(2)  Es sei hier angemerkt, daß wir keine Wunder erwartet haben (Kindergarten) und es schon reichlich fanden, wenn hin und wieder Kinder Till-Philipp besuchten!
(3)  Auch hier sind wir zufrieden, wenngleich es nach dreieinhalb Jahren mehr sein könnte, zumal auch wir Beiträge da-zu geleistet haben!
(4)  Zu Beginn des 2. Schuljahres verließ Till-Philipp den Pausenhof unbemerkt mit der Folge, daß er statt seines gelieb-ten Sportunterrichts eine Stunde allein und ohne Beschäftigung in der Klasse darüber zu reflektieren hatte. Er ver-brachte dies Stunde weinend und schluchzend, wie uns die Sonderschulpädagogin nicht ohne Stolz berichtete. Als wir ihn vom Sport abholen wollten, wurden wir ins Klassenzimmer gewiesen. Die Sonderschulpädagogin fragte ihn, ob er eingesehen habe, daß er was falsch gemacht hatte. Er bejahte dies, aber nur, weil er wieder mit ihr Kontakt hatte und wir in der Tür standen.
(5)  Es gab auch vor der Einschulung ein Gespräch bei uns mit beiden Lehrerinnen. Auf meine Schilderung, ich mache mit Till-Philipp Sprachübungen, indem ich ihn bei Fahrradfahrten durch Wald und Flur schwierige Wörter sagen lasse wie „Hochspannungsmast“, den ich ihm dann auch zeigen kann, fragte die Sonderschulpädagogin, warum ich nicht gleich „Donaudampfschifffahrtsgesellschaft“ genommen habe. Die Höflichkeit verbot mir zu fragen, wie ich ihm diese im Wald zeigen soll.
 

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